Outrageous Predictions
Die Grüne Revolution der Schweiz: 30 Milliarden Franken-Initiative bis 2050
Katrin Wagner
Head of Investment Content Switzerland
Saxo Group
Wenn Unternehmen eigene Aktien zurückkaufen, werden diese zurückgekauften Aktien als eigene Aktien (Treasury Shares) bezeichnet. Auf den ersten Blick mag das kontraintuitiv erscheinen—warum sollte ein Unternehmen Geld ausgeben, um die für Investoren verfügbare Anzahl Aktien zu reduzieren?
Diese Strategie kann jedoch eine wichtige Rolle dabei spielen, den Aktionärswert zu steigern, manchmal den Aktienkurs zu stützen und in einigen Fällen als Abwehrmassnahme gegen Übernahmen zu dienen.
In diesem Leitfaden behandeln wir alles Wichtige zu eigenen Aktien: Was sie sind, warum Unternehmen Aktien zurückkaufen und wie diese Entscheidung Finanzberichte und Anleger beeinflusst.
Eigene Aktien sind Aktien, die ein Unternehmen am offenen Markt oder von Aktionären zurückgekauft hat. Diese Aktien wurden ursprünglich an die Öffentlichkeit ausgegeben, sind aber inzwischen vom Unternehmen wiedererworben und werden nun im Bestand des Unternehmens gehalten.
Eigene Aktien unterscheiden sich von anderen Aktien dadurch, dass sie nicht mehr als ausstehend gelten, das heisst, sie gewähren keine Stimmrechte, keinen Dividendenanspruch und werden nicht in die Berechnung des Gewinns je Aktie einbezogen.
In der Regel kaufen Unternehmen eigene Aktien aus strategischen Gründen, die ihre Kapitalstruktur beeinflussen. Eigene Aktien können auch für einen späteren Gebrauch gehalten werden, etwa zur Ausgabe im Rahmen der Mitarbeitervergütung oder zur Finanzierung, wenn Kapital benötigt wird.
Obwohl eigene Aktien und Stammaktien beide Anteile an einem Unternehmen darstellen, erfüllen sie sehr unterschiedliche Zwecke und haben verschiedene Rollen in der Finanzstruktur eines Unternehmens.
Stammaktien sind das, was die meisten Anleger typischerweise halten. Diese Aktien werden vom Unternehmen an die Öffentlichkeit ausgegeben und geben den Aktionären Eigentum am Unternehmen, Stimmrechte bei Unternehmensangelegenheiten und Anspruch auf Dividenden.
Stammaktien gelten als „ausstehend“, weil sie aktiv am Markt gehandelt werden und finanzielle Berechnungen wie den Gewinn je Aktie (EPS) und Dividenden beeinflussen.
Eigene Aktien (Treasury Shares) hingegen stellen Aktien dar, die das Unternehmen von der Öffentlichkeit zurückgekauft hat. Nach dem Rückkauf sind diese Aktien nicht mehr ausstehend, das heisst, sie haben keine Stimmrechte und keinen Anspruch auf Dividenden.
Das Unternehmen kann eigene Aktien für künftige Zwecke halten, zum Beispiel für eine erneute Ausgabe, oder sie endgültig stilllegen, um die Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien dauerhaft zu reduzieren. Im Gegensatz zu Stammaktien werden eigene Aktien in der Bilanz als Minderung des Eigenkapitals ausgewiesen.
Kurz gesagt: Während Stammaktien Eigentum und aktive Beteiligung am Unternehmen repräsentieren, sind eigene Aktien ein strategisches Instrument, das Unternehmen zur Steuerung ihrer Kapitalstruktur und zur Steigerung des Aktionärswerts einsetzen.
Unternehmen kaufen ihre eigenen Aktien aus mehreren strategischen Gründen zurück und führen sie als eigene Aktien (Treasury Shares) im Bestand. Auch wenn es kontraintuitiv erscheinen mag, die Anzahl der für Anleger verfügbaren Aktien zu verringern, stimmt diese Entscheidung oft mit den übergeordneten Zielen eines Unternehmens überein, nämlich den Aktionärswert zu steigern und die Finanzstruktur zu stärken.
Hier sind die wichtigsten Gründe, warum Unternehmen ihre Aktien zurückkaufen:
Einer der Hauptgründe für Rückkäufe besteht darin, den Wert der verbleibenden Aktien zu erhöhen. Durch die Reduktion der ausstehenden Aktien kann ein Rückkauf die Kennzahlen pro Aktie (z. B. das EPS) verbessern. Der Aktienkurs kann steigen, hängt aber von den Marktbedingungen und der Finanzierung des Rückkaufs ab.
Der Rückkauf von Aktien kann wichtige Finanzkennzahlen verbessern — vor allem den Gewinn je Aktie (EPS), der berechnet wird, indem der Nettogewinn durch die Anzahl der ausstehenden Aktien geteilt wird. Eine geringere Zahl ausstehender Aktien kann das EPS mechanisch deutlich erhöhen, selbst wenn der Gesamtgewinn unverändert bleibt.
Rückkäufe werden manchmal als Signal des Vertrauens in das eigene Unternehmen oder als Hinweis auf Unterbewertung interpretiert. Die Motive können jedoch variieren (z. B. Steuerung der Kapitalstruktur, Umgang mit Verwässerung), und der Markt reagiert möglicherweise nicht positiv.
Aktienrückkäufe können auch als defensive Taktik gegen feindliche Übernahmen dienen. Indem die Zahl der am Markt verfügbaren Aktien reduziert wird, wird es für externe Parteien schwieriger, eine Kontrollmehrheit zu erwerben.
Eigene Aktien können später erneut ausgegeben werden, beispielsweise für Mitarbeiterbeteiligungsprogramme, Übernahmen oder zur Kapitalbeschaffung. Ein Aktienbestand als Reserve verschafft dem Unternehmen die Flexibilität, seine Kapitalstruktur zu steuern, ohne neue Aktien ausgeben zu müssen.
Wenn ein Unternehmen seine eigenen Aktien zurückkauft und als eigene Aktien (Treasury Shares) ausweist, erscheinen diese Aktien in der Bilanz unter dem Eigenkapital, allerdings mit einem wichtigen Unterschied—sie werden als Minderung des Eigenkapitals und nicht als Vermögenswert verbucht. Diese Behandlung entspricht der Vorstellung, dass eigene Aktien einen Kapitalentzug der Aktionäre darstellen.
Eigene Aktien gelten als gegenläufiges Eigenkapitalkonto, das heisst, sie reduzieren den Gesamtwert des Eigenkapitals. Beispielsweise wird beim Rückkauf von Aktien der Kaufpreis auf das Konto "Eigene Aktien" im Soll gebucht und das Kassenkonto (Cash) um den gezahlten Betrag vermindert. Dies führt zu einem niedrigeren ausgewiesenen Eigenkapital in der Bilanz.
Eigene Aktien werden nicht zu den ausstehenden Aktien gerechnet und gewähren weder Dividenden- noch Stimmrechte; zudem gehen sie nicht in die Berechnung des Gewinns je Aktie (EPS) ein.
Es gibt zwei gängige Methoden zur Bilanzierung eigener Aktien:
Um besser zu verstehen, wie eigene Aktien funktionieren, werfen wir einen Blick auf ein praktisches Beispiel:
Angenommen, ein Unternehmen namens Brilliant Corporation hat ursprünglich 10 Millionen Aktien zum Preis von USD 50 pro Aktie an die Öffentlichkeit ausgegeben. Im Laufe der Zeit ist das Unternehmen der Meinung, die Aktie sei unterbewertet, und beschliesst, 2 Millionen Aktien zu je USD 60 zurückzukaufen. Diese zurückgekauften Aktien, jetzt als eigene Aktien gehalten, zählen nicht mehr zu den ausstehenden Aktien.
Das bedeutet, dass sie nicht in die Berechnung des Gewinns je Aktie (EPS) oder in Dividendenzahlungen einbezogen werden. Brilliant Corporation kann diese Aktien als Reserve behalten, um sie später beispielsweise Mitarbeitern im Rahmen eines Aktienoptionsprogramms auszugeben, oder sie endgültig stilllegen und damit die Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien dauerhaft verringern.
In der Bilanz von Brilliant würden die eigenen Aktien als Minderung des Eigenkapitals ausgewiesen und den Aufwand von USD 120 Millionen (2 Millionen Aktien x USD 60) widerspiegeln.
Die buchhalterische Behandlung eigener Aktien kann je nach angewandter Methode—Anschaffungskostenmethode oder Nennwertmethode—leicht variieren, in beiden Fällen führt die Transaktion jedoch zu einer Verringerung des Gesamteigenkapitals.
Eigene Aktien werden von Unternehmen zur Kapitalsteuerung eingesetzt, unter anderem bei Aktienrückkäufen, die das EPS durch Reduktion der ausstehenden Aktien erhöhen können. Ob dadurch der Aktionärswert oder der Aktienkurs steigt, hängt von den jeweiligen Umständen ab; Rückkäufe können ausserdem Zahlungsmittel verringern oder die Verschuldung erhöhen.
Für Anleger liefert das Verständnis, wie und warum Unternehmen eigene Aktien verwenden, tiefere Einblicke in die finanzielle Gesamtlage und die Wachstumsstrategie eines Unternehmens. Rückkäufe signalisieren häufig Vertrauen des Managements und können das Unternehmen gegen feindliche Übernahmen schützen, wodurch Anleger ein klareres Bild vom langfristigen Potenzial erhalten.