Stammaktien: Was sie sind und warum sie wichtig sind
Das Wichtigste auf einen Blick:
- Stammaktien repräsentieren eine Beteiligung an einem Unternehmen. Anleger können von Kursgewinnen und Dividenden profitieren, tragen aber auch das Risiko von Verlusten, wenn sich das Unternehmen negativ entwickelt. In der Regel beinhalten sie Stimmrechte, sodass Investoren bei wichtigen Unternehmensentscheidungen mitwirken können.
- Zu den zentralen Eigenschaften von Stammaktien zählen Eigentumsrechte, Stimmrechte, Dividenden, Kurssteigerungspotenzial, nachrangige Ansprüche auf Vermögenswerte sowie hohe Liquidität. Diese Faktoren erklären, warum Stammaktien in vielen Portfolios eine wichtige Rolle spielen – gleichzeitig stehen Aktionäre im Falle einer Liquidation an letzter Stelle.
- Im Vergleich zu Vorzugsaktien bieten Stammaktien in der Regel höhere Wachstumsmöglichkeiten und stärkere Marktpartizipation, gehen jedoch mit höherer Volatilität und weniger planbaren Erträgen einher. Vorzugsaktien hingegen bieten oft feste Dividenden und eine höhere Priorität bei Vermögensansprüchen, allerdings meist ohne Mitspracherecht und mit begrenztem Kurspotenzial.
- Für ein Investment in Stammaktien sprechen verschiedene Gründe, darunter Dividendenerträge (sofern ausgeschüttet), Liquidität, Diversifikationsmöglichkeiten, die Beteiligung am Wirtschaftswachstum und die Chance, langfristig die Inflation zu übertreffen. Dennoch gibt es keine Garantie für positive Ergebnisse.
- Ebenso wichtig wie das Verständnis von Stammaktien ist das Wissen, wie man in sie investiert. Die Eröffnung eines Depots, die Analyse von Unternehmen, die Festlegung des Anlagebetrags, der Kauf von Aktien, die Überwachung der Positionen sowie das langfristige Denken und die Wiederanlage von Dividenden helfen dabei, Risiken zu steuern und Erfahrung aufzubauen.
Der Einstieg in den Aktienmarkt kann anfangs komplex wirken – insbesondere aufgrund der vielen Begriffe und Zahlen. Stammaktien sind jedoch häufig ein guter Ausgangspunkt, da sie eine direkte Beteiligung an einem Unternehmen darstellen. Wenn sich ein Unternehmen positiv entwickelt, können Sie davon profitieren – gleichzeitig besteht aber immer das Risiko von Verlusten.
In diesem Leitfaden erklären wir, was Stammaktien sind, wie sie funktionieren und wie sie sich von Vorzugsaktien unterscheiden. Ausserdem zeigen wir Ihnen, wie Sie Schritt für Schritt in Stammaktien investieren können, damit Sie besser einschätzen können, wie sie in Ihre Anlagestrategie passen könnten.
Was sind Stammaktien?
Stammaktien sind Wertpapiere, die eine Beteiligung an einem Unternehmen darstellen. Wenn Sie Stammaktien kaufen, erwerben Sie einen kleinen Anteil an diesem Unternehmen und werden Aktionär. Als Aktionär haben Sie Anspruch auf einen Teil der Gewinne und Vermögenswerte des Unternehmens.
Der Wert von Stammaktien kann je nach Unternehmensentwicklung und Marktbedingungen steigen oder fallen. Anleger profitieren potenziell von Kursgewinnen sowie – sofern vorhanden – von Dividenden. Zusätzlich gewähren Stammaktien häufig Stimmrechte, mit denen Aktionäre wichtige Unternehmensentscheidungen beeinflussen können.
Stammaktien werden an Börsen gehandelt und sind aufgrund ihres Wachstums- und Ertragspotenzials ein zentraler Bestandteil vieler Anlageportfolios.
Eigenschaften von Stammaktien
Stammaktien weisen mehrere Merkmale auf, die sie zu einer attraktiven Anlageform machen.
Zu den wichtigsten gehören:
1. Eigentums- und Stimmrechte
Der Besitz von Stammaktien bedeutet, an einem Unternehmen beteiligt zu sein. In der Regel umfasst dies das Recht, über wichtige Themen abzustimmen, etwa die Wahl des Verwaltungsrats oder grundlegende strategische Entscheidungen.
2. Dividenden
Stammaktionäre können Dividenden erhalten, also Gewinnbeteiligungen des Unternehmens. Im Gegensatz zu Vorzugsaktien sind diese jedoch nicht garantiert und können je nach Geschäftsentwicklung variieren oder ganz ausgesetzt werden.
3. Kurssteigerungspotenzial
Ein wesentlicher Vorteil von Stammaktien ist die Möglichkeit von Kursgewinnen. Entwickelt sich ein Unternehmen erfolgreich, kann der Aktienkurs steigen, sodass Sie Ihre Anteile später mit Gewinn verkaufen können.
4. Nachrangiger Anspruch auf Vermögenswerte
Im Falle einer Liquidation haben Stammaktionäre Anspruch auf verbleibende Vermögenswerte, jedoch erst nachdem alle Schulden sowie Ansprüche von Gläubigern und Vorzugsaktionären erfüllt wurden. Dies erhöht das Risiko, bietet aber im Gegenzug grösseres Gewinnpotenzial.
5. Liquidität
Stammaktien sind in der Regel sehr liquide, da sie an Börsen gehandelt werden. Dadurch können Positionen flexibel aufgebaut oder verkauft werden.
Stammaktien vs. Vorzugsaktien
Beim Investieren in Aktien ist es wichtig, die Unterschiede zwischen Stammaktien und Vorzugsaktien zu verstehen. Beide stellen Unternehmensanteile dar, unterscheiden sich jedoch in einigen zentralen Punkten.
Eigentum und Stimmrechte
- Stammaktien: In der Regel mit Stimmrechten verbunden und ermöglichen Mitbestimmung bei wichtigen Unternehmensentscheidungen.
- Vorzugsaktien: Meist ohne Stimmrechte, Fokus liegt stärker auf finanziellen Erträgen.
Dividenden
- Stammaktien: Dividenden sind variabel und abhängig von der Unternehmensperformance.
- Vorzugsaktien: Häufig mit festen Dividenden ausgestattet und werden vor Stammaktionären ausgezahlt.
Ansprüche auf Vermögenswerte
- Stammaktien: Letzter Rang bei Liquidationen nach Gläubigern, Anleihen und Vorzugsaktien.
- Vorzugsaktien: Höherer Anspruch als Stammaktien, jedoch nachrangig gegenüber Fremdkapital.
Umtauschbarkeit
- Stammaktien: In der Regel nicht umwandelbar.
- Vorzugsaktien: Teilweise in Stammaktien konvertierbar, je nach Ausgestaltung.
Kursverhalten
- Stammaktien: Höhere Volatilität und direkter Einfluss von Markt- und Unternehmensentwicklungen.
- Vorzugsaktien: Meist stabiler aufgrund fixer Dividenden.
Marktpartizipation und Wachstumspotenzial
- Stammaktien: Profitieren direkt vom Unternehmenswachstum und bieten potenziell höhere Renditen.
- Vorzugsaktien: Fokus auf stabile Erträge; Kursgewinne sind meist begrenzt.
Wie man in Stammaktien investiert: Schritt für Schritt
Der Einstieg in das Investieren in Stammaktien muss nicht kompliziert sein. Tatsächlich unterscheidet sich der Prozess kaum von anderen Formen des Aktieninvestments.
Hier ist eine einfache Anleitung, die Sie durch die wichtigsten Schritte führt:
1. Ein Depot eröffnen
Der erste Schritt zum Kauf von Stammaktien ist die Eröffnung eines Depots. Dabei können Sie einen Anbieter anhand von Faktoren wie Service, Kosten und verfügbaren Tools auswählen. Die meisten Broker – auch Saxo – bieten heute benutzerfreundliche mobile Apps an, mit denen Sie Ihre Investments jederzeit einfach verwalten können.
2. Recherche durchführen
Bevor Sie investieren, lohnt sich eine gründliche Vorbereitung. Analysieren Sie die Unternehmen, die Sie interessieren, und machen Sie sich mit deren Geschäftsmodell, finanzieller Situation und Wachstumsaussichten vertraut. Werfen Sie einen Blick auf Geschäftsberichte, verfolgen Sie die Kursentwicklung über längere Zeiträume und informieren Sie sich über Branchentrends. Je besser Ihr Verständnis, desto fundierter fallen Ihre Anlageentscheidungen aus.
3. Investitionsbetrag festlegen
Sobald Sie interessante Aktien identifiziert haben, sollten Sie festlegen, wie viel Kapital Sie investieren möchten. Eine bewährte Grundregel ist, nur Geld einzusetzen, dessen Verlust Sie verkraften können – besonders am Anfang. Da die Märkte schwanken, empfiehlt es sich zudem, Ihr Portfolio zu diversifizieren und nicht alles auf eine einzelne Anlage zu setzen.
4. Erste Aktien kaufen
Nach Ihrer Vorbereitung und Budgetfestlegung können Sie Ihre ersten Käufe tätigen. Loggen Sie sich dazu in Ihr Depot ein, suchen Sie die gewünschten Aktien und erteilen Sie einen Kaufauftrag.
Dabei können Sie zwischen einer Market-Order wählen, die zum aktuellen Marktpreis ausgeführt wird, oder einer Limit-Order, bei der Sie den gewünschten Kaufpreis festlegen. Sobald der Auftrag ausgeführt wird, sind Sie Aktionär.
5. Anlagen überwachen und steuern
Nach dem Kauf endet der Investmentprozess nicht. Es ist wichtig, Ihre Anlagen regelmässig zu überprüfen und sich über die Entwicklung der Unternehmen informiert zu halten. Beobachten Sie die Performance Ihres Portfolios und passen Sie es bei Bedarf an.
Ihre Entscheidungen können sich im Laufe der Zeit ändern – abhängig von Ihren Zielen, Ihrem Anlagehorizont und Ihrer Risikobereitschaft. Aktives Monitoring trägt wesentlich zu langfristigem Erfolg bei.
6. Dividenden reinvestieren
Wenn Ihre Aktien Dividenden ausschütten, kann es sinnvoll sein, diese wieder anzulegen, um weitere Anteile zu erwerben. So lässt sich Ihr Investment ohne zusätzliches Kapital schrittweise ausbauen. Viele Broker bieten automatische Dividend Reinvestment Pläne (DRIPs) an, die diesen Prozess vereinfachen.
7. Langfristig denken
Beim Investieren in Stammaktien zahlt sich ein langfristiger Ansatz oft aus. Auch wenn kurzfristige Gewinne verlockend sind, erzielen viele erfolgreiche Anleger ihre Ergebnisse durch Geduld und langfristige Strategien. Indem Sie Ihren Anlagen Zeit geben, können diese wachsen und Marktschwankungen besser überstehen.
Fazit: Stammaktien als wichtiger Bestandteil Ihres Portfolios
Stammaktien zählen zu den einfachsten Möglichkeiten, am Erfolg eines Unternehmens teilzuhaben. Sie bringen Risiken mit sich, bieten aber gleichzeitig Chancen auf attraktive Renditen – sei es durch steigende Kurse oder durch Dividenden.
Mit zunehmendem Wissen über das Investieren wird klar, dass es nicht nur darum geht, die „richtige“ Aktie zu finden, sondern auch Geduld zu haben und langfristig zu denken. In der richtigen Balance können Stammaktien einen wichtigen Beitrag zur Erreichung Ihrer finanziellen Ziele leisten.