Outrageous Predictions
Die Grüne Revolution der Schweiz: 30 Milliarden Franken-Initiative bis 2050
Katrin Wagner
Head of Investment Content Switzerland
Saxo Group
Die Wahl der richtigen Aktien gehört zu den wichtigsten Entscheidungen, die Sie beim Investieren treffen können. Ihre Auswahl kann darüber entscheiden, ob Ihre Anlagen im Laufe der Zeit stetig wachsen oder ob Sie aufgrund unglücklicher Entscheidungen deutliche Verluste erleiden. Doch bei tausenden verfügbaren Aktien und verschiedenen Strategien fragen Sie sich vielleicht, wie Sie die richtigen auswählen?
Der Prozess der Aktienauswahl ist kein Patentrezept. Er hängt von Faktoren wie Ihren finanziellen Zielen, der voraussichtlichen Haltezeit einer Aktie und Ihrer Risikobereitschaft ab. Ein auf langfristige Gewinne ausgerichteter Investor wird andere Kriterien ansetzen als ein Day Trader, der von kurzfristigen Marktbewegungen profitieren möchte.
Lassen Sie uns also anschauen, was Sie wissen müssen, bevor Sie die für Sie passenden Aktien auswählen.
Aktienanlage bedeutet, einen Teil eines Unternehmens zu erwerben – oft als Anteile bezeichnet – in der Hoffnung, dass das Unternehmen mit der Zeit wächst und im Wert steigt. Wenn Sie eine Aktie besitzen, sind Sie im Grunde Teilhaber dieses Unternehmens.
Wenn das Unternehmen erfolgreich ist, steigt in der Regel auch der Wert Ihrer Anteile, was Ihnen die Möglichkeit bietet, zu einem höheren Preis zu verkaufen und einen Gewinn zu erzielen. Aktien zahlen zudem manchmal Dividenden, also regelmäßige Auszahlungen an Aktionäre.
Grundsätzlich lässt sich Aktienanlage auf zwei Hauptarten reduzieren: langfristiges Investieren und kurzfristiges Trading. Langfristige Investoren halten Aktien oft über mehrere Jahre, um allmähliche und stabile Wertsteigerungen zu erzielen, während das Unternehmen wächst. Sie konzentrieren sich häufig auf solide Unternehmen mit guten Fundamentaldaten, konstantem Cashflow und verlässlichen Dividenden.
Kurzfristige Trader hingegen versuchen, von raschen Kursbewegungen zu profitieren und verkaufen innerhalb von Tagen oder sogar Minuten. Abhängig von der bevorzugten Anlagestrategie werden Sie also einen unterschiedlichen Ansatz bei der Aktienauswahl verfolgen.
Langfristiges Investieren konzentriert sich auf stetiges Wachstum und finanzielle Stabilität mit dem Ziel, im Laufe von Jahren oder sogar Jahrzehnten Vermögen aufzubauen.
So können Sie Aktien auswählen, die langfristig voraussichtlich gut abschneiden:
Beginnen Sie mit der finanziellen Gesundheit des Unternehmens. Achten Sie auf Firmen mit konstantem Gewinn- und Umsatzwachstum. Finanzkennzahlen wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV), der Gewinn pro Aktie (EPS) und die Eigenkapitalrendite (ROE) liefern klare Einblicke, wie gut ein Unternehmen im Vergleich zu anderen abschneidet.
Zudem spricht eine solide Bilanz mit geringer Verschuldung (einem Verschuldungsgrad von 1 oder weniger) und gesunden Cashflows dafür, dass ein Unternehmen auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten weniger ins Straucheln gerät. Solche Unternehmen wachsen oft stetig und belohnen ihre Aktionäre auf lange Sicht.
Auch als wirtschaftlicher Graben (Economic Moat) bezeichnet, beschreibt er die Fähigkeit eines Unternehmens, sich langfristig gegen Konkurrenten zu behaupten. Firmen mit starkem Wettbewerbsvorteil verfügen oft über Schutzmechanismen wie geistiges Eigentum, Markenloyalität oder Kostenvorteile. Diese Merkmale machen sie oft widerstandsfähiger gegenüber Marktschwankungen.
Unternehmen mit hohem Marktanteil und Markteintrittsbarrieren, etwa grosse Tech-Firmen oder führende Konsumgüterhersteller, bieten oft Stabilität und langfristige Wachstumsaussichten.
Dividenden sind ein wichtiger Indikator für die Gesundheit eines Unternehmens. Suchen Sie nach Firmen, die regelmässig Dividenden zahlen und diese im Idealfall im Laufe der Zeit erhöhen. Auch die Dividendenauszahlungsquote ist von Bedeutung, da sie aufzeigt, ob ein Unternehmen seine Dividenden nachhaltig finanzieren kann, ohne sich zu übernehmen. Eine Faustregel ist eine Ausschüttungsquote, die deutlich unter 60-70 % liegt.
Aktien mit Dividenden können ein regelmässiges Einkommen liefern und während Marktschwankungen stabilisierend wirken.
Halten Sie sich von Firmen fern, bei denen die Gewinne unvorhersehbar sind oder der Aktienkurs stark schwankt. Spekulative Aktien verlocken zwar oft mit hohen Renditeversprechen, aber sie bergen auch erhebliche Risiken und können bei Marktveränderungen stark an Wert verlieren. Konzentrieren Sie sich stattdessen auf Unternehmen mit einer Historie soliden Wachstums und bewährter Leistung, anstatt vermeintlichen "Überfliegern" hinterherzujagen.
Beim kurzfristigen Trading geht es darum, schnelle Kursbewegungen mitzunehmen anstatt Aktien über einen langen Zeitraum zu halten.
Das sollten Sie bei der Auswahl von Aktien für kurzfristigen Trading beachten:
Statt die langfristige finanzielle Gesundheit eines Unternehmens zu analysieren, konzentrieren sich kurzfristige Trader auf Kursverläufe und Marktstimmung. Instrumente wie gleitende Durchschnitte (z. B. 50-Tage- oder 200-Tage-Durchschnitt) helfen dabei, Trendrichtungen zu erkennen, die für das Festlegen von Ein- oder Ausstiegspunkten nützlich sind.
Ereignisse wie Quartalsberichte, Produkteinführungen oder Fusionen können für rasche Kursbewegungen sorgen. Trader halten gezielt nach Aktien Ausschau, bei denen demnächst Ankündigungen oder Nachrichten erwartet werden, die den Kurs schnell steigen oder fallen lassen könnten. Das Verfolgen von News-Feeds und Konjunkturterminen ist dabei unerlässlich, um keine Trendwende zu verpassen.
Liquidität ist wichtig, wenn man Positionen rasch eröffnen oder schliessen will, ohne grosse Kursabweichungen zu riskieren. Beim kurzfristigen Trading sollte der gehandelte Titel ein hohes Volumen aufweisen, damit Transaktionen reibungslos und ohne Verzögerung ausgeführt werden können. Meiden Sie Aktien mit grossen Geld-Brief-Spannen, da diese gerade in volatilen Märkten die Gewinne stark schmälern können.
Wegen der schnellen Kursänderungen im kurzfristigen Trading ist es essenziell, Stop-Loss-Order zu platzieren, um sich vor grösseren Verlusten zu schützen. Ein Stop-Loss löst automatisch einen Verkauf aus, sobald der Kurs einen von Ihnen festgelegten Wert erreicht, und hilft, das Risiko zu begrenzen, falls sich der Markt gegen Ihre Position entwickelt.
Beim Day Trading geht es um die Ausnutzung rascher, oft sogar minütlicher Kursschwankungen innerhalb eines einzigen Handelstags. Wer erfolgreich sein will, muss flink reagieren und sich auf Echtzeit-Daten sowie Volatilität verlassen können.
Vieles, was beim kurzfristigen Trading gilt, ist auch hier entscheidend. Dennoch sollten Day Trader auf ein paar weitere Punkte achten:
Volatilität ist für Day Trader entscheidend, weil sie Handelschancen schafft. Aktien, die innerhalb eines Tages regelmässig Kursschwankungen von 2–5 % oder mehr aufweisen, sind besonders interessant. Mithilfe von Volatilitätsscannern lassen sich solche Titel identifizieren. Sie werden oft von der Marktstimmung, aktuellen Nachrichten oder plötzlichen Ereignissen beeinflusst.
Day Trader sind stark auf Echtzeit-Kursdaten und aktuelle Nachrichten angewiesen. Vor- und Nachbörsenanalysen sind wichtig, um Aktien ausfindig zu machen, die voraussichtlich deutliche Kursbewegungen zeigen werden. Quartalszahlen, regulatorische Updates oder geopolitische Ereignisse können den ganzen Tag über für deutliche Kursausschläge sorgen.
Für Day Trader gilt: Je höher das Volumen, desto besser. Aktien, deren tägliches Handelsvolumen bei mindestens 1 Million gehandelten Anteilen liegt, erleichtern den schnellen Ein- und Ausstieg erheblich.
Hohe Handelsvolumen verbessern ausserdem die Liquidität und verringern das Risiko von Slippage – einer unerwünschten Kursänderung zwischen Orderaufgabe und Orderausführung. So können Sie Trades zu Ihrem gewünschten Preis ausführen.
Meiden Sie Aktien mit geringen Handelsumsätzen, da die Kursbewegungen schwerer vorherzusagen sind und sich in kurzen Zeiträumen weniger gut ausnutzen lassen.
Day Trader schliessen alle Positionen zum Ende des Handelstags, um Risiken zu vermeiden, die mit Aktienbesitz über Nacht einhergehen. Unerwartete Nachrichten nach Börsenschluss können beim nächsten Handelsbeginn zu unvorhersehbaren Kurssprüngen führen und somit Verluste verursachen.
Beim Swing Trading versuchen Anleger, von kurz- bis mittelfristigen Kursbewegungen zu profitieren. Sie halten Aktien meist nur einige Tage bis zu ein paar Wochen. Diese Strategie zielt darauf ab, die "Swings" in den Aktienkursen zu nutzen (aufwärts oder abwärts) und gleichzeitig langfristige Risiken zu minimieren.
Viele Grundsätze aus dem kurzfristigen Trading gelten auch hier, aber folgende Aspekte sind beim Swing Trading besonders wichtig:
Swing Trader konzentrieren sich auf Muster, die einen Richtungswechsel des Aktienkurses signalisieren. Formationen wie Doppel-Tops, Doppel-Böden oder Schulter-Kopf-Schulter-Muster weisen häufig auf bevorstehende Trendumkehrungen hin. Mithilfe dieser technischen Indikatoren können Trader einschätzen, wann sich ein Abwärtstrend in einen Aufwärtstrend verwandelt – oder umgekehrt.
Im Unterschied zu Day Tradern achten Swing Trader sehr genau auf wichtige Unterstützungs- und Widerstandslinien. An diesen Punkten drehen die Kurse oft. Wer nahe an einer Unterstützung kauft oder in der Nähe eines Widerstandsniveaus verkauft, erzielt in der Regel ein vorteilhaftes Chancen-Risiko-Verhältnis.
Swing Trader können von Zeiträumen profitieren, in denen eine Aktie über einen gewissen Zeitraum innerhalb einer relativ engen Spanne pendelt, bevor sie ihre nächste grössere Bewegung macht. Wenn Sie Aktien identifizieren, die sich in einer Konsolidierungsphase befinden, können Sie noch vor dem Ausbruch (Breakout) oder Einbruch (Breakdown) einsteigen und dadurch den möglichen Gewinn aus dem nächsten Kurssprung maximieren.
Swing Trading zeichnet sich durch die Balance zwischen kurzen und etwas längeren Haltefristen aus. Trader analysieren in der Regel sowohl Tages- als auch Wochencharts, um sicherzustellen, dass sie mit den übergeordneten Markttrends übereinstimmen. Dieser mehrschichtige Ansatz ermöglicht es Swing Tradern, von mittelfristigen Kursbewegungen zu profitieren, während sie sich gleichzeitig am Gesamtmarkt orientieren.
Wenn Sie in den Aktienmarkt investieren, kann es leicht passieren, dass Sie sich von der Jagd nach Renditen mitreißen lassen. Ohne eine Strategie zur Begrenzung möglicher Verluste können selbst die besten Aktientipps jedoch scheitern.
So können Sie ein ausreichendes Risikomanagement sicherstellen:
Setzen Sie nicht Ihr gesamtes Kapital auf eine einzige Aktie oder einen einzigen Sektor. Wenn Sie Ihre Investitionen auf verschiedene Branchen verteilen – Technologie, Gesundheitswesen und Konsumgüter –, verringern Sie das Risiko, dass ein einziger Bereich Ihr gesamtes Portfolio belastet. Eine solche Diversifikation hilft, die Auswirkungen von schlechten Einzelergebnissen zu minimieren und gleicht das Risiko aus.
Egal, wie überzeugt Sie von einer Aktie sind: Es ist nie ratsam, zu viel Kapital in eine einzelne Position zu stecken. Eine gängige Faustregel besagt, dass nicht mehr als 5–10 % Ihres gesamten Portfolios in einen einzelnen Titel fließen sollten. Damit vermeiden Sie hohe Verluste, falls ein Trade sich gegen Sie entwickelt.
Ein Stop-Loss ist ein automatischer Verkaufsauftrag, der ausgelöst wird, sobald eine Aktie einen bestimmten Kurs unterschreitet. Dieses Instrument ist unverzichtbar, um das Abwärtsrisiko zu begrenzen – vor allem in volatilen Märkten. Steigt der Kurs einer Aktie, können Sie den Stop-Loss nach oben anpassen, um Gewinne zu sichern und Ihr Kapital weiter zu schützen.
Der Aktienmarkt kann unberechenbar sein. Bereiten Sie sich auf kurzfristige Schwankungen vor, ohne übereilte Entscheidungen zu treffen. Geduld ist wichtig, und Panikverkäufe bei vorübergehenden Kursrückgängen sollten vermieden werden. Allzu impulsives Handeln in volatilen Phasen kann Ihren langfristigen Anlageerfolg gefährden.
Eine erfolgreiche Aktienauswahl erfordert eine disziplinierte Vorgehensweise, fundierte Recherche und vorausschauendes Denken. Investoren sollten Wert auf solide Fundamentaldaten legen, Marktmechanismen verstehen und vor allem das Risikomanagement priorisieren, um ihre Anlagen abzusichern.
Denken Sie langfristig? Dann setzen Sie auf Unternehmen mit stabiler Historie und kontinuierlichem Wachstum. Möchten Sie kurzfristige Gewinne erzielen? Dann beobachten Sie Markttrends genau und agieren flexibel. Unabhängig von Ihrer Strategie empfiehlt es sich, ein breit diversifiziertes Portfolio über verschiedene Branchen und Anlageklassen hinweg aufzubauen, um sich vor Abschwüngen zu schützen und gleichzeitig Wachstumschancen zu nutzen.
Bedenken Sie, dass kein einzelner Ansatz Ihren Erfolg im Aktienmarkt garantiert. Erfolgreich werden Sie, wenn Sie Ihre Strategie ständig weiterentwickeln und sich an veränderte Marktgegebenheiten anpassen. Eine durchdachte Aktienauswahl und effiziente Risikomanagement-Methoden bilden das Fundament für langfristigen Erfolg.
Was ist eine Stop-Loss-Order? So verwalten Sie Risiken beim Trading