Internationales Investieren: Warum ist geografische Diversifikation wichtig?
Zusätzlich zur Diversifikation über verschiedene Anlageklassen, Aktiensektoren und einzelne Unternehmen ist internationales Investieren ein grundlegendes Prinzip der Anlagediversifikation. Geografische Diversifikation bedeutet, dass man sich nicht ausschliesslich auf den Heimatmarkt verlässt, sondern seine Investments auf unterschiedliche Länder verteilt. So kann es gelingen, dass, wenn ein Markt Schwierigkeiten erlebt, andere Märkte dennoch gut abschneiden und so dazu beitragen, das Risiko auszugleichen.
Natürlich entwickeln sich globale Aktienmärkte manchmal im Gleichschritt, doch in der Regel bestehen immer noch genügend Unterschiede zwischen den nationalen Börsen, sodass diese Vorgehensweise echte Vorteile bieten kann.
Was ist geografische Diversifikation?
Geografische Diversifikation verteilt Investments über verschiedene Regionen, um das Risiko zu balancieren und die potenziellen Renditen zu steigern. Anstatt sich auf ein einzelnes Land zu konzentrieren, legen Anlegerinnen und Anleger ihr Kapital in mehreren Volkswirtschaften an.
Märkte verhalten sich oftmals unterschiedlich aufgrund von Faktoren wie Politik, Wirtschaft und lokalen Trends. Ein auf nur eine Region beschränktes Portfolio bleibt damit gegenüber diesen individuellen Herausforderungen anfällig. Wer global diversifiziert, sorgt dafür, dass während ein Markt eine Flaute durchmacht, andere sich positiv entwickeln können und das Gesamtportfolio stabil bleibt.
Dieser Ansatz öffnet auch die Tür zu breiteren Chancen. Entwickelte Volkswirtschaften bieten ein stabiles Wachstum, während Schwellenmärkte in Phasen raschen Wachstums ein höheres Renditepotenzial liefern. Wer seine Ressourcen auf beide Bereiche verteilt, schafft eine ausgewogene und widerstandsfähige Anlagestrategie.
Geografische Diversifikation stärkt Portfolios, indem sie die Abhängigkeit von einer einzigen Volkswirtschaft reduziert. Dies hilft Anlegerinnen und Anlegern, Risiken zu steuern und von globalem Wachstum zu profitieren.
Die Auswirkungen geografischer Diversifikation (Beispiele)
Es gibt zahlreiche Vorteile der geografischen Diversifikation. Werfen wir einen Blick auf einige Beispiele, wie die Verteilung von Investments auf internationale Märkte die Performance eines Portfolios verbessern und Risiken minimieren kann.
Beispiel 1. Europäische Aktien ausgleichen mit US- und asiatischen Märkten
Angenommen, eine Anlegerin oder ein Anleger hat stark in europäische Aktien investiert. In einer Phase schwachen Wirtschaftswachstums in Europa verzeichnet das Portfolio entsprechend deutliche Verluste. Durch die Beimischung von US-Technologieaktien und asiatischen Produktionsunternehmen könnte dieser Effekt jedoch abgeschwächt werden. Während europäische Aktien eventuell unterdurchschnittlich abschneiden, könnten Gewinne aus US- und asiatischen Investments die Verluste abfedern und für eine stabilere Gesamtperformance sorgen.
Beispiel 2. 100 % heimische Ausrichtung versus internationale Diversifikation
Ein Vergleich zweier fiktiver Portfolios während einer wirtschaftlichen Schwächephase in Europa verdeutlicht, wie wichtig Diversifikation ist.
- Portfolio A. Ist ausschliesslich in europäischen Anlagen investiert und erleidet aufgrund lokaler Marktherausforderungen einen Verlust von 15 %.
- Portfolio B. Verteilt 50 % auf europäische Aktien, 30 % auf US-Märkte und 20 % auf die Region Asien-Pazifik. Hier fällt der Gesamtverlust nur auf 5 %, da Gewinne in den US- und asiatischen Märkten die Verluste teilweise ausgleichen.
Beispiel 3. Schwellenmärkte als Wachstumstreiber
Nehmen wir an, eine Anlegerin oder ein Anleger investiert 20 % des Portfolios in Schwellenmärkte wie Indien und Brasilien. In einer Phase schnellen industriellen Wachstums in diesen Regionen erzielen die Schwellenmarktanlagen Renditen von über 12 % und liegen damit deutlich über denen von entwickelten Märkten. Diese Gewinne verbessern die Gesamtperformance des Portfolios spürbar, auch wenn die entwickelten Märkte stagnieren.
Vorteile des internationalen Investierens
Internationales Investieren kann Portfolios stärken und die langfristigen Finanzergebnisse verbessern. Warum globale Investments wichtig sind, zeigt sich in den folgenden Punkten:
Grössere Portfoliodiversifikation
Internationale Investments vermindern die Abhängigkeit von heimischen Märkten. Wer sein Kapital auf verschiedene Länder verteilt, kann regionale Konjunkturschwächen besser überstehen. Wenn die Wirtschaft eines Landes schwächelt, könnte eine andere Region Wachstum verzeichnen und so das Gesamtportfolio stabilisieren.
Teilnahme am globalen Wachstum
Schwellenmärkte wachsen häufig schneller als entwickelte Volkswirtschaften und bieten damit Chancen auf überdurchschnittliche Renditen. Länder mit expandierender Mittelschicht und starker Industrialisierung versprechen spannende Investmentmöglichkeiten. Gleichzeitig gewährleisten etablierte Märkte verlässliches und stetiges Wachstum, was das Portfolio ausgleicht.
Währungsdiversifikation
Wer in Fremdwährungen investiert, kann Risiken im Zusammenhang mit heimischen Währungsschwankungen abmildern. Beispielsweise kann eine europäische Anlegerin oder ein europäischer Anleger mit US-Dollar-Anlagen die Auswirkungen eines schwächeren Euro verringern. Eine Streuung auf verschiedene Währungen bietet zudem eine zusätzliche Absicherung bei globalen Wirtschaftsumbrüchen.
Zugang zu einzigartigen Chancen
Manche der weltweit innovativsten Unternehmen und Branchen haben ihren Sitz ausserhalb des eigenen Landes. Durch internationales Investieren erhält man Zugang zu bahnbrechenden Sektoren wie Windenergie in Skandinavien, Technologie in Ostasien oder Gesundheitswesen in der Schweiz und erweitert damit das Spektrum der möglichen Anlagen.
Abmilderung politischer und wirtschaftlicher Risiken
Wer alles in einem Land investiert, setzt sich vollständig dessen politischen und wirtschaftlichen Risiken aus, etwa bei politischer Instabilität oder Rezession. Eine global diversifizierte Anlagestrategie senkt die Auswirkungen solcher Probleme, da Ereignisse in einer Region das Gesamtportfolio weniger beeinflussen.
Arten internationaler Investments
Anlegerinnen und Anleger haben verschiedene Möglichkeiten, Zugang zu internationalen Märkten zu erhalten. Jede Option bringt dabei eigene Vorteile und Überlegungen mit sich. Nachfolgend sind einige gängige Beispiele aufgeführt:
Investmentfonds und ETFs
Investmentfonds und Exchange-Traded Funds (ETFs) vereinfachen das internationale Investieren und sind deshalb sowohl bei Einsteigerinnen und Einsteigern als auch bei erfahrenen Anlegerinnen und Anlegern beliebt. Diese Fonds bündeln Kapital, um in ein diversifiziertes Portfolio globaler Vermögenswerte zu investieren, das verschiedenen Ländern, Regionen oder Branchen ausgesetzt ist.
Für europäische Anlegerinnen und Anleger sind ETFs, die den UCITS-Standards entsprechen, besonders attraktiv, da sie einen einfachen Zugang bieten. Breite Markt-ETFs ermöglichen ein umfassendes Engagement in entwickelten Märkten, während regionale ETFs gezielt auf Bereiche wie Technologiewerte im Asien-Pazifik-Raum oder grüne Energie in Europa setzen.
Direktinvestitionen in Aktien
Wer ausländische Aktien direkt kauft, kann bestimmte Unternehmen oder Branchen sehr gezielt auswählen. Ein seriöser Broker, wie Saxo, bietet europäischen Investorinnen und Investoren beispielsweise Zugang zu den wichtigsten internationalen Märkten, darunter die USA und Asien.
Diese Herangehensweise ist besonders für diejenigen interessant, die selbst bestimmen möchten, in welche Titel sie investieren, etwa wenn man gezielt in führende US-Technologieunternehmen oder asiatische Produktionskonzerne anlegen will.
Allerdings erfordern Direktinvestitionen in Aktien ein tieferes Verständnis der Marktdynamiken, etwa in Bezug auf Handelszeiten, Liquidität und lokale Vorschriften. Vielen ist dieser zusätzliche Aufwand die Chance wert, auf potenziell wachstumsstarke Unternehmen setzen zu können.
Multinationale Konzerne (MNCs)
Die Investition in multinationale Konzerne bietet eine indirekte Möglichkeit, global zu investieren, ohne direkt im Ausland aktiv zu werden. Diese Unternehmen erwirtschaften einen erheblichen Teil ihrer Einnahmen im internationalen Geschäft – dies macht sie zu einem effektiven Instrument für geografische Diversifikation.
Diese Option ist besonders für Anlegerinnen und Anleger interessant, die international investieren möchten, ohne die Komplexitäten fremder Märkte zu vertiefen. Wer in etablierte MNCs investiert, die an heimischen Börsen notiert sind, profitiert von globaler Diversifikation und hält gleichzeitig Risiken wie Währungsschwankungen oder den Zugang zu ausländischen Märkten möglichst gering.
Immobilien und alternative Investments
Internationale Immobilieninvestitionen und alternative Anlagen erweitern ein Portfolio jenseits von herkömmlichen Aktien und Anleihen. Globale Real Estate Investment Trusts (REITs) ermöglichen es Anlegerinnen und Anlegern, sich an internationalen Immobilienmärkten zu beteiligen, ohne direkt physische Objekte zu besitzen. Ein solcher globaler REIT könnte sich beispielsweise auf Gewerbeimmobilien in Europa oder Asien spezialisieren.
Infrastrukturinvestitionen in Schwellenländern bieten ebenfalls einzigartige Chancen, etwa beim Ausbau erneuerbarer Energien in Indien oder im Verkehrssektor in Lateinamerika. Diese Investments sind oft risikoreicher, können jedoch in Phasen wirtschaftlichen Aufschwungs hohe Renditen erzielen.
So bestimmen Sie das richtige Ausmass an internationaler Investition
Wer das Portfolio gezielt um internationale Anlagen erweitert, kann sein Risiko besser verteilen. Wie viel man in internationale Märkte investiert, hängt von den individuellen Zielen und der Risikobereitschaft ab.
Nachfolgend drei Beispielstrategien zur Verteilung, jeweils für unterschiedliche Risikoprofile:
- Konservative Anleger. Eine Allokation von 15 %–20 % sorgt für eine solide Diversifikation, bei der die Volatilität globaler Märkte relativ gering bleibt.
- Ausgewogene Anleger. 30 %–40 % internationale Anlagen eröffnen Wachstumsmöglichkeiten bei mittlerem Risiko.
- Aggressive Anleger. Ab einem Anteil von 50 % oder mehr steigt zwar das Wachstumspotenzial, gleichzeitig jedoch auch das Risiko.
Bitte beachten: Diese Zahlen sind lediglich Beispiele und sollten individuell angepasst werden.
Wichtige Faktoren bei der Entscheidung über die internationale Allokation
- Marktverhalten. Anlagen in weniger stark korrelierte Regionen wie die USA und Asien können helfen, die Volatilität des Portfolios in konjunkturellen Abschwungphasen zu reduzieren.
- Währungsaspekte. Fremdwährungsanlagen wirken Schwankungen der heimischen Währung entgegen. Zum Beispiel kann die Beimischung von US-Dollar-Positionen gegen Euro-Abwertungen absichern.
- Branchenschwerpunkte. In manchen Regionen gibt es besondere Stärken in bestimmten Sektoren, etwa Technologie in den USA oder Fertigung in Asien, was eigenes Wachstumspotenzial bietet.
- Risikoprofil. Wer mehr Risiko eingehen kann oder möchte, legt unter Umständen mehr Wert auf Schwellenmärkte. Anlegerinnen und Anleger mit Fokus auf Stabilität konzentrieren sich stärker auf entwickelte Volkswirtschaften.
Risiken des internationalen Investierens
Gerade beim internationalen Investieren treten spezifische Risiken auf, die es zu beachten gilt.
Währungsrisiko
Wechselkursschwankungen können die Rendite verändern. Legt etwa der Euro gegenüber dem US-Dollar zu, sinken für europäische Anlegerinnen und Anleger die Gewinne, die in Dollar denominiert sind. Währungsgesicherte Anlagelösungen können hier entgegenwirken.
Marktzugang
Ausländische Märkte unterscheiden sich oft hinsichtlich Handelszeiten, Liquidität und Zugangsbedingungen. Manche Länder beschränken den Verkauf bestimmter Wertpapiere an ausländische Investierende, was den Zugang erschweren kann.
Geopolitische und wirtschaftliche Risiken
Ein Investment in fremde Märkte kann Investierende politischen und wirtschaftlichen Risiken dieser Region aussetzen. Vor allem Schwellenländer versprechen hohe Wachstumsmöglichkeiten, verzeichnen jedoch oft auch eine weniger stabile Umwelt.
Höhere Kosten
Globale Investments gehen mit zusätzlichen Kosten einher, zum Beispiel Transaktionsgebühren, Währungsumrechnungen oder steuerliche Verpflichtungen im Ausland. Kostengünstige Plattformen und steuereffiziente Lösungen können helfen, diese Belastungen zu vermindern.
Unterschiedliche regulatorische Umgebungen
Jedes Land hat teils abweichende Regeln und Schutzmechanismen, die Investierende entweder zusätzlich absichern oder ihnen weniger Rechtsschutz bieten. Gründliche Recherche und zuverlässige Plattformen verringern die damit verbundenen Risiken.
So starten Sie mit internationalem Investieren
Um erfolgreich in internationale Märkte einzusteigen, braucht es eine durchdachte Vorbereitung. Die folgenden Schritte können als Orientierung dienen:
1. Ziele definieren und Risikobereitschaft prüfen
Legen Sie klare Ziele für Ihre internationalen Investments fest. Wollen Sie langfristiges Wachstum, laufende Erträge oder beides? Überprüfen Sie, wie viel Risiko Sie bereit sind einzugehen. Konservative Anlegerinnen und Anleger setzen eher auf entwickelte Märkte, während risikofreudigere Menschen auch Schwellenmärkte in Betracht ziehen.
2. Die passende Investitionsmöglichkeit wählen
Wählen Sie Optionen, die zu Ihren Zielen passen:
- Investmentfonds und ETFs erleichtern die globale Diversifikation und sind für eher passive Investierende geeignet.
- Direktinvestitionen in Aktien eignen sich für alle, die bestimmte Unternehmen oder Branchen gezielt verfolgen möchten.
- Alternative Anlagen, zum Beispiel globale REITs, bieten Diversifikation jenseits der traditionellen Anlageklassen.
3. Eine verlässliche Plattform nutzen
Wer Zugang zu internationalen Märkten sucht, benötigt eine solide Handelsplattform. Saxo bietet zum Beispiel ein breites Spektrum globaler Anlagemöglichkeiten und ist bei Anfängerinnen und Anfängern ebenso beliebt wie bei erfahrenen Investorinnen und Investoren.
4. Portfolio laufend überwachen und anpassen
Überprüfen Sie Ihre internationalen Investments regelmässig, um sicherzustellen, dass sie mit Ihrer Strategie übereinstimmen. Durch Rebalancing lassen sich wirtschaftliche Veränderungen, Währungsschwankungen und sektorale Verschiebungen berücksichtigen.
5. Global auf dem Laufenden bleiben
Informationen über weltweite wirtschaftliche Trends, politische Ereignisse und regulatorische Neuerungen stärken Ihre Entscheidungsgrundlage. Das Verständnis der globalen Märkte verringert Risiken und hilft, Chancen aufzuspüren.
Fazit: Global denken, smart investieren
Wer seine Investments über mehrere Länder streut, schützt sein Portfolio besser vor den Höhen und Tiefen des Heimatmarkts. Schwächelt eine Region, könnte sich eine andere stabil oder sogar wachstumsstark zeigen, was die Gesamtperformance ausbalanciert.
Durch internationales Investieren ergeben sich zudem neue Chancen. Während entwickelte Märkte Stabilität bieten, verheissen Schwellenmärkte höhere Renditen. Wer beides einbezieht, kann sowohl Risiken besser managen als auch auf langfristiges Wachstum setzen.