Outrageous Predictions
Die Grüne Revolution der Schweiz: 30 Milliarden Franken-Initiative bis 2050
Katrin Wagner
Head of Investment Content Switzerland
Short Selling ist eine Strategie, die den üblichen Anlagegedanken umkehrt. Statt eine Aktie zu kaufen und darauf zu hoffen, dass sie steigt, leihen sich Short Seller Aktien, verkaufen sie und hoffen, dass der Kurs fällt. Es handelt sich um eine verbreitete Markttechnik, doch ihr Anteil am Handelsvolumen kann je nach Markt, Aktie und Methodik stark variieren.
Während Short Selling erhebliche Chancen bieten kann, ist es auch mit erheblichen Risiken verbunden. Häufig wird diese Strategie über gehebelte Produkte wie Contracts for Difference (CFDs) umgesetzt. CFDs ermöglichen es Tradern, auf Kursbewegungen zu spekulieren, ohne die zugrunde liegenden Aktien zu besitzen. Gleichzeitig verstärken CFDs jedoch auch die Risiken. Deshalb ist es entscheidend, die Funktionsweise und möglichen Fallstricke des Short Sellings vollständig zu verstehen, bevor Sie diese Strategie einsetzen.
Short Selling, insbesondere mit CFDs, ist nicht für unerfahrene Trader oder Personen geeignet, die keine erheblichen Risiken tragen können. Short Selling ist mit erheblichen Risiken verbunden und grundsätzlich komplexer als eine reine Long-Position. Es ist wichtig, Hebel, Marktmechanismen und die zentralen Risiken zu verstehen.
Short Selling und gehebeltes Trading, einschliesslich CFDs, sind mit erheblichen Risiken verbunden. Verluste können Ihre ursprüngliche Einzahlung übersteigen, und diese Produkte sind nicht für alle Anleger geeignet.
Short Selling ist eine Anlagestrategie, bei der Trader gegen eine Aktie spekulieren, indem sie Aktien leihen und zum aktuellen Marktpreis verkaufen – in der Hoffnung, sie später zu einem niedrigeren Preis zurückzukaufen. Im Gegensatz zum klassischen Ansatz, Aktien zu kaufen, um von steigenden Kursen zu profitieren, zielen Short Seller auf einen Kursrückgang ab.
In manchen Retail-Kontexten wird Short Selling häufig über Derivate wie CFDs umgesetzt, während institutionelles Short Selling oft Wertpapierleihe und andere Instrumente nutzt. CFDs können es erleichtern, ein Short-Exposure aufzubauen, sind jedoch gehebelte Produkte und können das Risiko erhöhen.
Beispielsweise erwartet ein Trader, der CFDs nutzt, um eine Aktie bei einem Kurs von USD 100 zu shorten, dass der Kurs fällt. Sinkt der Kurs auf USD 75, kann der Trader die CFD-Position schliessen und von der Kursdifferenz profitieren.
CFDs sind jedoch gehebelte Produkte, was bedeutet, dass Gewinne und Verluste verstärkt werden. Steigt der Aktienkurs statt zu fallen, können die Verluste des Traders seine ursprüngliche Margin übersteigen.
Short Selling ist in vielen Märkten erlaubt, doch Regeln und Einschränkungen unterscheiden sich je nach Rechtsordnung und können sich in Phasen von Marktstress ändern. Auch wenn es sich um eine weit verbreitete Handelsstrategie handelt, zielt die Regulierung darauf ab, Transparenz zu erhöhen und das Risiko missbräuchlicher Praktiken zu verringern.
In der EU wird Short Selling durch die EU-Leerverkaufsverordnung (Verordnung (EU) Nr. 236/2012) geregelt. Die Aufsicht und Durchsetzung liegen bei den zuständigen nationalen Behörden, während ESMA eine koordinierende Rolle übernimmt. Vorschriften wie die Verordnung (EU) Nr. 236/2012 regeln Short Selling, verlangen eine Deckung von Leerverkäufen (mit Einschränkungen für sogenanntes „naked“ Short Selling) und sehen Melde- bzw. Offenlegungspflichten ab bestimmten Schwellenwerten vor.
CFDs sind in Europa und anderen Regionen eine verbreitete Möglichkeit, Short-Positionen einzugehen, und bieten Tradern Zugang zu globalen Märkten. Regulierungsbehörden können jedoch in Phasen extremer Volatilität zusätzliche Einschränkungen verhängen, etwa vorübergehende Verbote von Leerverkäufen, wie sie während der Finanzkrise 2008 und der COVID-19-Pandemie zu beobachten waren.
Obwohl Short Selling legal ist, wird es häufig kontrovers diskutiert. Einige argumentieren, dass es Marktabschwünge verstärken oder zu unfairer Marktmanipulation beitragen kann. Andere sehen darin ein wertvolles Instrument, das Märkten Liquidität zuführt und helfen kann, überbewertete oder schlecht geführte Unternehmen sichtbar zu machen.
Short Selling, insbesondere über gehebelte Produkte wie CFDs, ist mit erheblichen Risiken verbunden. Diese Risiken sollten Sie verstehen, bevor Sie diese Strategie einsetzen.
CFDs sind gehebelte Produkte, mit denen Trader grössere Positionen bei einer geringeren anfänglichen Margin kontrollieren können. Das kann potenzielle Gewinne verstärken, erhöht aber auch das Verlustrisiko. Ohne angemessenes Risikomanagement können Trader schnell Verluste erleiden, die ihre ursprüngliche Investition übersteigen.
Zu den wichtigsten Risiken beim Short Selling gehören:
Eines der grössten Risiken beim Short Selling ist die Möglichkeit sehr hoher Verluste. Wenn Sie eine Aktie kaufen, ist Ihr maximaler Verlust auf den investierten Betrag begrenzt, falls die Aktie auf null fällt. Wenn Sie eine Aktie jedoch shorten, kann ihr Kurs theoretisch unbegrenzt steigen. Verluste aus Short-Positionen können daher sehr hoch ausfallen, da ein Aktienkurs stark steigen kann. Bei gehebelten Produkten können Verluste Ihre ursprüngliche Margin bzw. Einzahlung übersteigen.
Volatilität ist am Aktienmarkt üblich, doch Short Seller sind besonders anfällig für plötzliche Kurssprünge. Wenn der Kurs einer Aktie schnell steigt, können Short Seller überrascht werden und gezwungen sein, ihre Position mit Verlust zu schliessen. Unvorhersehbare Marktereignisse – etwa unerwartet positive Nachrichten oder überraschende Unternehmenszahlen – können Kurse rasch nach oben treiben und Short-Positionen riskant machen.
Ein Short Squeeze entsteht, wenn eine stark geshortete Aktie plötzlich deutlich steigt. Wenn der Kurs steigt, versuchen Short Seller, die Aktien zurückzukaufen, um ihre Verluste zu begrenzen. Dadurch kann der Kurs weiter steigen. Dieser Kreislauf kann zu erheblichen Verlusten für Trader führen, die ihre Position nicht frühzeitig geschlossen haben.
Der bekannte GameStop-Short-Squeeze von 2021 ist ein Beispiel dafür, wie ein Short Squeeze unerwartete finanzielle Folgen für Trader haben kann.
Die Regulierung von Short Selling kann sich je nach Marktbedingungen ändern. Behörden können in Phasen von Marktinstabilität vorübergehende Verbote von Leerverkäufen verhängen, wie während der Finanzkrise 2008 und der COVID-19-Pandemie. Solche Einschränkungen können Ihre Fähigkeit begrenzen, Positionen zum gewünschten Zeitpunkt zu schliessen, und dadurch das Verlustrisiko erhöhen.
Neben Marktvolatilität spielt Timing beim Short Selling eine entscheidende Rolle. Aktien können länger überbewertet bleiben als erwartet, sodass Sie Ihre Position länger halten und zusätzliche Zinsen oder Kosten für geliehene Aktien tragen müssen. Wenn Ihr Timing nicht stimmt und die Aktie nicht schnell genug fällt, können die Kosten für das Halten der Short-Position Ihre Gewinne schmälern oder sogar zu einem Verlust führen.
Bei CFDs fallen tägliche Haltekosten an, die Gewinne im Zeitverlauf verringern können. Zudem kann das längere Halten einer Short-Position zu höheren Gebühren und geringerer Profitabilität führen.
Wenn sich der Markt gegen Sie bewegt, kann Ihr Broker zusätzliche Mittel verlangen, damit Sie Ihre Position aufrechterhalten können. Erfüllen Sie diese Margin Calls nicht, kann Ihre Position zwangsweise mit Verlust geschlossen werden.
Das folgende Beispiel zeigt, wie Short Selling funktioniert.
Angenommen, Sie haben eine Aktie identifiziert, die bei USD 100 pro Aktie gehandelt wird, und erwarten, dass ihr Kurs in naher Zukunft aufgrund schwacher Finanzergebnisse fallen wird.
So läuft der Prozess Schritt für Schritt ab:
Sie eröffnen eine CFD-Position, um 100 Einheiten einer Aktie zu shorten, die jeweils bei USD 100 notiert. Damit spekulieren Sie effektiv darauf, dass der Aktienkurs fällt. Der Nominalwert des Trades beträgt USD 10’000 (100 × USD 100).
Der Aktienkurs fällt wie erwartet aufgrund enttäuschender Quartalsergebnisse. Der Wert der CFD-Position spiegelt nun einen Kurs von USD 70 pro Einheit wider, wodurch sich ein Gesamtwert von USD 7’000 ergibt (100 × USD 70).
Sie schliessen die CFD-Position zum niedrigeren Kurs und sichern damit die Differenz zwischen Eröffnungs- und Schlusswert.
Die Differenz zwischen dem Eröffnungswert (USD 10’000) und dem Schlusswert (USD 7’000) ist Ihr Bruttogewinn: USD 3’000. Gebühren, Haltekosten und Zinsen, sofern anwendbar, reduzieren den Nettogewinn.
Dieser Trade hätte jedoch auch anders ausgehen können. Wäre der Aktienkurs stattdessen auf USD 130 pro Aktie gestiegen, hätte das Schliessen der CFD-Position zu einem Bruttoverlust von USD 3’000 vor Kosten geführt. Bei CFDs kann Hebel diesen Verlust zusätzlich verstärken, weshalb Risikomanagement entscheidend ist.
Hinweis: Dieses Beispiel ist vereinfacht und berücksichtigt keine Spreads, Kommissionen/Gebühren, Finanzierungs- oder Overnight-Kosten, Steuern oder Slippage. Diese Faktoren können das Ergebnis erheblich verändern.
Short Selling kann Tradern helfen, von fallenden Aktienkursen zu profitieren. Gleichzeitig ist es mit erheblichen Risiken verbunden – insbesondere beim Einsatz gehebelter Produkte wie CFDs.
Timing und Geduld spielen dabei eine wichtige Rolle. Faktoren wie Short Squeezes und Marktvolatilität können die Situation schneller drehen, als man erwartet.
Für Trader, die sich gründlich vorbereitet haben und mit Unsicherheit umgehen können, kann Short Selling ein weiteres Instrument im Trading-Werkzeugkasten sein. Dennoch gilt: Diese Strategie ist nicht für alle geeignet. Wägen Sie die Risiken sorgfältig ab, bevor Sie eine Position eröffnen.