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Jacob Falkencrone
Global Head of Investment Strategy
Saxo Group
Investieren bedeutet nicht nur, Aktien oder Anleihen auszuwählen—es geht auch darum, eine Strategie zu finden, die zu Ihren finanziellen Zielen und Ihrer Risikotoleranz passt. Manche Menschen begrüssen Risiken und sehen darin die Chance auf höhere Renditen, während andere Stabilität bevorzugen und Marktschwankungen so weit wie möglich vermeiden möchten. Genau hier kommt die Risikotoleranz ins Spiel.
Risikotoleranz ist definiert als die Bereitschaft und die Fähigkeit, beim Investieren Risiken einzugehen. Sie bestimmt, welche Anlageklassen am besten zu Ihnen passen, und hilft dabei, ein Portfolio aufzubauen, das Ihrem Empfinden entspricht. Ihre Risikotoleranz zu verstehen ist entscheidend, denn Anlagen, die nicht zu ihr passen, können zu Stress, Panikverkäufen oder verpassten Wachstumschancen führen.
In diesem Artikel erklären wir, was die Risikotoleranz beeinflusst, zeigen die verschiedenen Anlegertypen, erläutern die Anlagerisikobewertung und wie Sie Ihre Risikotoleranz ermitteln können, sowie wie Sie am besten nach Risikotoleranz investieren.
Jede Person hat ein unterschiedliches Niveau an Risikotoleranz, das durch eine Kombination von Faktoren geprägt wird, darunter Persönlichkeit, finanzielle Lage und Anlagehorizont.
Manche Menschen fühlen sich von risikoreichen Aktivitäten angezogen, sei es beim schnellen Autofahren, Fallschirmspringen oder mutigen beruflichen Entscheidungen. Andere bevorzugen eher Vorsicht, Stabilität und Vorhersehbarkeit. Diese Einstellung kann sich auch auf das Investieren übertragen.
Ihre Risikotoleranz wird auch von Ihrer emotionalen Belastbarkeit beeinflusst. Manche Anleger bleiben während Marktabschwüngen ruhig, während andere in Panik geraten, wenn ihr Portfolio an Wert verliert. Zu wissen, wie Sie auf finanzielle Unsicherheit reagieren, hilft Ihnen bei der Auswahl passender Anlagen.
Ihre finanzielle Stabilität spielt eine grosse Rolle dabei, wie viel Risiko Sie sich leisten können.
Zum Beispiel: Vergleichen Sie zwei Anleger: einen mit einem Portfolio im Wert von CHF 5 Millionen und einen anderen mit CHF 100'000. Wenn beide 50 % ihres Vermögens verlieren, trifft das die zweite Person deutlich härter. Die Risikotoleranz hängt also stark von den persönlichen finanziellen Umständen ab.
Ihr Anlagehorizont—die Zeitspanne, bis Sie Geld entnehmen müssen—beeinflusst ebenfalls Ihre Risikotoleranz.
Je länger der Anlagezeitraum, desto mehr Risiko können Sie in der Regel eingehen, weil Zeit dem Markt erlaubt, sich von temporären Rückgängen zu erholen.
Basierend auf der Risikotoleranz lassen sich Anleger typischerweise in drei Kategorien einteilen: konservativ, ausgewogen und aggressiv. Jeder Typ verfolgt unterschiedliche Anlagestrategien und hat eine ideale Asset-Allokation.
Ein konservativer Anleger legt Wert auf Sicherheit und Stabilität statt auf hohe Renditen. Das vorrangige Ziel ist der Kapitalerhalt und das Vermeiden grosser Marktschwankungen.
Das Portfolio eines konservativen Anlegers enthält in der Regel einen höheren Anteil an Anleihen und Bargeld und nur einen kleinen Anteil Aktien.
Ein ausgewogener Anleger ist bereit, ein gewisses Risiko einzugehen, legt jedoch weiterhin Wert auf Stabilität. Er strebt eine Kombination aus Wachstum und Schutz in seinem Portfolio an.
Das Portfolio eines ausgewogenen Anlegers enthält typischerweise eine Mischung aus Aktien und Anleihen, sodass von Aktienwachstum profitiert werden kann, während gleichzeitig eine gewisse Stabilität erhalten bleibt.
Ein aggressiver Anleger strebt maximales Wachstumspotenzial an und akzeptiert, dass grosse kurzfristige Marktschwankungen Teil des Prozesses sind.
Bei aggressiven Anlegern liegt der Fokus überwiegend auf Aktien und alternativen Investments, während Anleihen oder Bargeld nur einen kleinen Anteil ausmachen.
Wenn Sie unsicher sind, wo Sie auf dem Risikospektrum stehen, stellen Sie sich die folgenden Fragen:
A) In Panik geraten und sofort verkaufen (Konservativ)
B) Besorgt sein, aber investiert bleiben (Ausgewogen)
C) Das als Gelegenheit sehen, mehr zu investieren (Aggressiv)
A) Weniger als 5 Jahre (Konservativ)
B) 5–15 Jahre (Ausgewogen)
C) Mehr als 15 Jahre (Aggressiv)
A) Stabilität: Ich möchte Verluste vermeiden (Konservativ)
B) Eine Balance: Ich möchte Wachstum, aber mit Schutz (Ausgewogen)
C) Wachstum: Ich kann Risiko für höhere Renditen eingehen (Aggressiv)
Ihre Antworten geben Ihnen eine bessere Vorstellung davon, wo Sie auf dem Risikospektrum stehen. Risikotoleranz ist jedoch nicht statisch—sie kann sich durch Lebensereignisse, finanzielle Ziele und Marktbedingungen ändern. Wenn sich Ihre Risikotoleranz ändert, gleichen Sie einfach Ihr Portfolio entsprechend an.
Ihre Risikotoleranz zu verstehen ist entscheidend, um kluge Anlageentscheidungen zu treffen. Der Schlüssel zum erfolgreichen Investieren besteht nicht darin, möglichst viel Risiko einzugehen—sondern das für Sie passende Risikoniveau zu finden.
Wenn Sie ein konservativer Anleger sind, konzentrieren Sie sich auf Stabilität und Vermögenserhalt. Wenn Sie ausgewogen investieren, streben Sie eine Mischung aus Wachstum und Sicherheit an. Wenn Sie aggressiv investieren, nehmen Sie höhere Risiken in Kauf, um höhere Renditechancen zu verfolgen.
Bevor Sie mit dem Investieren beginnen, nehmen Sie sich Zeit, Ihre finanzielle Situation, Ihre Ziele und Ihren Umgang mit Risiken zu beurteilen. Das hilft Ihnen, die richtige Anlagestrategie zu wählen und ein Portfolio aufzubauen, das zu Ihren Bedürfnissen passt.