Outrageous Predictions
Die Grüne Revolution der Schweiz: 30 Milliarden Franken-Initiative bis 2050
Katrin Wagner
Head of Investment Content Switzerland
In diesem Leitfaden betrachten wir, was Forex-Volatilität ist, wie Trader sie üblicherweise messen und welche Währungspaare historisch grössere Bewegungen gezeigt haben. Ausserdem erklären wir, warum sich Volatilität im Zeitverlauf verändert und worauf Trader bei der Risikoeinschätzung achten sollten.
Forex-Volatilität beschreibt das Ausmass der Kursschwankungen eines Währungspaares im Zeitverlauf. Einfach gesagt misst sie, wie stark und wie schnell sich ein Währungspaar bewegt. Höhere Volatilität kann grössere Handelsspannen und mehr Chancen schaffen, erhöht aber auch das Ausführungsrisiko, das Stop-out-Risiko und die Wahrscheinlichkeit abrupter Gegenbewegungen.
Die Volatilität im Forex-Markt wird von mehreren Faktoren beeinflusst:
Ein Verständnis der Forex-Volatilität ist wichtig, weil es Tradern hilft, Paare realistischer zu vergleichen, Positionsgrössen sorgfältiger zu bestimmen und die eigene Strategie besser auf Liquidität, Spreads und das breitere Marktumfeld abzustimmen.
Eine der gängigsten Methoden zur Messung der Forex-Volatilität ist die Average True Range (ATR). ATR ist ein Indikator der technischen Analyse, der die durchschnittliche Handelsspanne über einen gewählten Zeitraum schätzt, häufig über 14 Tage. Grundlage ist die True Range, also der grösste der folgenden Werte:
ATR ist nützlich, weil der Indikator sowohl die Handelsspanne des Tages als auch mögliche Lücken zum vorherigen Schlusskurs berücksichtigt. Im Spot-Forex sind grössere Kurslücken seltener als bei Aktien oder Futures, können aber rund um wichtige Wochenendnachrichten oder geldpolitische Schocks dennoch auftreten. Beim Vergleich der Volatilität verschiedener Paare sollten Trader ausserdem beachten, dass Pip-Spannen aussagekräftiger sind, wenn sie im Verhältnis zum Kursniveau des jeweiligen Paares betrachtet werden.
Im Forex-Handel zeigen historisch oft jene Paare grössere Bewegungen, die mit Rohstoffen, Schwellenländerrisiken oder veränderten Carry-Dynamiken verbunden sind. Grössere Kursschwankungen können Chancen schaffen, gehen aber häufig auch mit breiteren Spreads und anspruchsvollerem Risikomanagement einher:
USD/ZAR ist für starke Schwankungen bekannt, da der Rand empfindlich auf globale Risikobereitschaft, Rohstoffpreise, die südafrikanische Politik sowie inländische Wachstums- und Inflationserwartungen reagiert.
AUD/JPY ist ein viel beobachtetes Cross für die globale Risikostimmung. Das Paar kann sich schnell bewegen, wenn sich Wachstumserwartungen, Rohstoffnachfrage oder Finanzierungsdynamiken verändern. Es sollte jedoch nicht auf eine einfache „Risk-on gegen Safe-Haven-Yen“-Erzählung reduziert werden.
GBP/AUD kann grössere Bewegungen zeigen, da es britische Zins- und Wachstumserwartungen mit Australiens Abhängigkeit von Rohstoffzyklen und China-bezogener Nachfrage verbindet.
GBP/JPY ist wegen seiner aggressiven Kursbewegungen auch als „Dragon“ bekannt und gilt als sehr volatil. Das Paar kombiniert die Volatilität des britischen Pfunds mit dem Safe-Haven-Status des japanischen Yen, was zu grossen Kursschwankungen führen kann. Es ist besonders bei erfahrenen Tradern beliebt, die innerhalb kurzer Zeitfenster nach grösseren Bewegungen suchen.
NZD/JPY zeigt häufig grössere Bewegungen, wenn sich Carry, Rohstoffstimmung und breitere Risikobereitschaft verändern. Wie bei anderen Yen-Crosses ist das Marktregime entscheidend, und diese Zusammenhänge können sich im Zeitverlauf wandeln.
USD/MXN ist ein liquides Schwellenländerpaar, das stark auf Zinsdifferenzen, Öl, Erwartungen zum US-Wachstum und Veränderungen der globalen Risikobereitschaft reagieren kann.
CAD/JPY spiegelt häufig das Zusammenspiel von ölbezogenen Themen rund um den kanadischen Dollar, Zinserwartungen und wechselnder globaler Risikostimmung wider.
GBP/NZD zählt historisch zu den aktiveren Crosses zwischen entwickelten Märkten, da beide Seiten stark auf Veränderungen bei Zinsen, Wachstum und globaler Nachfrage reagieren können.
EUR/NOK kann volatil sein, wenn sich Energiepreise, Zinserwartungen und regionale Wachstumstrends verändern, insbesondere in Phasen grosser Bewegungen an den Öl- und Gasmärkten.
AUD/NZD ist in der Regel weniger explosiv als einige Yen- oder Schwellenländer-Crosses, kann aber dennoch sehr aktiv werden, wenn sich relative Zinserwartungen und rohstoffnahe Wachstumsaussichten auseinanderentwickeln.
Keine Liste historisch volatiler Paare sollte als dauerhaft gültig betrachtet werden. Marktstrukturen verändern sich im Laufe der Zeit, und ein Paar, das sich früher auf eine bestimmte Weise verhalten hat, kann volatiler oder weniger volatil werden, wenn sich Geldpolitik, Carry, Liquidität und globale Risikobedingungen verändern.
*Disclaimer: Die oben genannten Währungspaare dienen ausschliesslich Informationszwecken und stellen keine Beratung oder Empfehlung dar. Forex-Trading ist mit erheblichen Risiken verbunden. Ihre Verluste können Ihre Einzahlungen übersteigen.
Beim Forex-Handel lassen sich Unsicherheit und Volatilität nicht vermeiden. Volatilität ist jedoch am hilfreichsten, wenn sie als Kontext für Risikomanagement, Positionsgrösse und Timing verstanden wird – und nicht als eigenständige Handelsstrategie.
Machen Sie sich als ersten Schritt mit den Faktoren vertraut, die diese Währungsschwankungen antreiben – ob geopolitische Ereignisse, Veränderungen bei Konjunkturdaten, Verschiebungen der Zinserwartungen, Rohstoffbewegungen oder Änderungen der Marktstimmung. Achten Sie ausserdem genau auf Liquidität, Spreads und den Hebel, den Sie einsetzen.
Der Markt kann sich in die eine oder andere Richtung bewegen. Konzentrieren Sie sich deshalb darauf, vorbereitet zu sein, geduldig zu bleiben und Ihre Emotionen im Griff zu behalten. So können Sie Chancen mit einem klaren Risikoplan angehen, wenn sie sich ergeben.