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Die meistgehandelten Forex‑Währungspaare

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Die meistgehandelten Forex-Paare werden in der Regel in Majors, Cross-Currency-Paare und Exotics unterteilt. Die liquidesten Paare weisen häufig engere Spreads auf und können eine einfachere Orderausführung ermöglichen. Liquidität beseitigt jedoch kein Risiko, und Kurse können sich im Forex-Markt weiterhin stark bewegen.
  • Die vier wichtigsten Währungspaare – EUR/USD, GBP/USD, USD/JPY und USD/CHF – werden besonders stark beobachtet, da sie den US-Dollar enthalten und einige der grössten Volkswirtschaften der Welt verbinden. Ihre Kurse werden häufig von Zinssätzen, Zentralbankpolitik und wichtigen geopolitischen Ereignissen wie dem Brexit oder Phasen finanzieller Unsicherheit beeinflusst.
  • Die beliebtesten Cross-Currency-Paare zeigen, dass Trader nicht zwingend den US-Dollar nutzen müssen, um Zugang zu aktiven Forex-Märkten zu erhalten. Paare wie EUR/CAD, EUR/AUD, EUR/JPY, EUR/CHF, EUR/GBP, GBP/JPY und GBP/CAD werden von einer Mischung aus Zinsentscheidungen, BIP-Daten, Rohstoffpreisen und regionalen Handelsbeziehungen beeinflusst.
  • Cross-Currency-Paare können sich sehr unterschiedlich verhalten, je nachdem, welche Faktoren die beteiligten Volkswirtschaften antreiben. So kann EUR/AUD empfindlich auf Goldpreise reagieren, EUR/GBP auf Entscheidungen der EZB und der Bank of England, während GBP/JPY oder EUR/JPY wegen ihrer stärkeren Volatilität besondere Aufmerksamkeit auf sich ziehen können.
  • Die beliebtesten exotischen Währungspaare kombinieren eine wichtige Währung mit einer Währung aus einer Schwellen- oder stärker regional geprägten Volkswirtschaft. Dadurch können sie empfindlicher auf politische und wirtschaftliche Entwicklungen reagieren. Beispiele wie EUR/TRY, USD/HKD und NZD/SGD zeigen, wie stark lokale Faktoren, Handelsbeziehungen und sektorale Abhängigkeiten die Kursrichtung beeinflussen können.

Wer sich mit Forex-Märkten beschäftigt, beginnt häufig mit den Währungspaaren, die die höchste Liquidität und die grösste Aufmerksamkeit von Anlegern auf sich ziehen. Liquidität beschreibt, wie viel Kapital in einen Markt hinein- und wieder herausfliesst – auf beiden Seiten des Orderbuchs, also beim Kauf und Verkauf.

Wenn ein Forex-Paar über hohe Liquidität verfügt, sind die Spreads häufig enger und die Orderausführung kann einfacher sein. Dennoch können die Kurse volatil bleiben. Volatilität bedeutet, dass sich Preise innerhalb kurzer Zeit schnell verändern. Erfahrene Trader gehen mit Volatilität unterschiedlich um, doch sie kann sowohl potenzielle Gewinne als auch Verluste erhöhen. Gerade beim ersten Handel in solchen Märkten können die blinkenden Kurse und sich laufend verändernden Zahlen auf der Handelsplattform schnell zu einer belastenden Erfahrung werden.

Deshalb haben wir diesen Leitfaden zu den meistgehandelten Forex-Paaren zusammengestellt – von den führenden Majors über Cross-Currency-Paare bis hin zu Exotics. Denken Sie jedoch immer daran: Forex-Trading ist mit erheblichen Risiken verbunden. Beim Handel auf Margin oder mit Hebel können Verluste Ihre ursprüngliche Einzahlung übersteigen. Forex-Trading ist nicht für alle Anleger geeignet.

Die vier wichtigsten Währungspaare im Überblick

Auch wenn es keine offizielle Liste der wichtigsten Forex-Währungspaare gibt, gelten die folgenden vier Paare allgemein als die beliebtesten und liquidesten im Forex-Handel. Alle vier enthalten den US-Dollar – wenig überraschend, da der Greenback eine zentrale Rolle in der Weltwirtschaft spielt.

EUR/USD

EUR/USD, auch Euro-Dollar genannt, bildet die Währungen der Europäischen Union und der Vereinigten Staaten ab. Der Euro ist dabei die Basiswährung, der US-Dollar die Kurswährung. Falls Sie mit Basis- und Kurswährungen noch nicht vertraut sind: Die Kurswährung zeigt an, wie viel davon benötigt wird, um eine Einheit der Basiswährung zu kaufen.

Einer der wichtigsten Einflussfaktoren auf das Verhältnis zwischen Euro und US-Dollar sind die jeweiligen Zinssätze. Die von der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Federal Reserve festgelegten Zinsen können eine wichtige Rolle spielen. Gleichzeitig können Entwicklungen in EU-Ländern, etwa frühere Schuldenkrisen in Italien und Griechenland, EUR/USD deutlich belasten und schwächen, während der US-Dollar gegenüber dem Euro schnell an Stärke gewinnen kann. EUR/USD ist das meistgehandelte Forex-Paar der Welt. Das liegt vor allem daran, dass es zwei der grössten Wirtschaftsregionen der Welt miteinander verbindet.

GBP/USD

Das Währungspaar GBP/USD verbindet das britische Pfund mit dem US-Dollar. Vor dem Ersten Weltkrieg war das Pfund die wertvollste Währung der Welt. Mehr als drei Fünftel der weltweiten Schulden waren in Pfund Sterling denominiert. Nach dem Zweiten Weltkrieg gewann jedoch der US-Dollar rasch an Bedeutung. Mit der Entstehung des Bretton-Woods-Währungssystems, das den Wert des Greenback an den Goldpreis koppelte, legte der USD weiter zu. Obwohl die USA den sogenannten Goldstandard 1971 aufgaben, bleibt der US-Dollar bis heute die einflussreichste Währung.

Ein wichtiger Faktor für GBP/USD war in den letzten Jahren das Brexit-Votum des Vereinigten Königreichs zum Austritt aus der Europäischen Union. Die grosse Unsicherheit über die künftigen Handelsbeziehungen zwischen Grossbritannien und der EU nach dem Referendum liess GBP/USD an einem einzigen Tag um 8% fallen – die stärkste 24-Stunden-Bewegung seit dem Ende des Bretton-Woods-Systems im Jahr 1971.

USD/JPY

USD/JPY, auch Dollar-Yen genannt, ist ein weiteres wichtiges Währungspaar im Forex-Markt. Es zeigt, wie viele japanische Yen benötigt werden, um einen US-Dollar zu kaufen.

Man kann Dollar-Yen als Devisenverbindung zwischen der westlichen und der östlichen Welt betrachten. Sowohl die US- als auch die japanische Wirtschaft gelten häufig als vergleichsweise risikoavers. Deshalb kann Dollar-Yen bei der Volatilität hinter einigen anderen wichtigen Währungspaaren zurückbleiben. Das kann bedeuten, dass das Paar zeitweise weniger volatil ist als andere, es kann sich aber dennoch deutlich bewegen.

USD/CHF

USD/CHF wird von erfahrenen Forex-Anlegern häufig als „Swissie“ bezeichnet. Das Paar verbindet den US-Dollar mit dem Schweizer Franken. Wie der US-Dollar ist auch der Schweizer Franken eine Währung mit langer Geschichte und Tradition, die bis ins 18. Jahrhundert zurückreicht. Viele Jahre lang wurde der Schweizer Franken im Vergleich zu volatileren Alternativen allgemein als relativ stabile Anlagewährung betrachtet – garantiert ist das jedoch nicht.

Eine interessante Beobachtung beim „Swissie“ ist, dass seine Marktbewegungen häufig mit wichtigen geopolitischen Nachrichten zusammenhängen. In schwierigen Zeiten, etwa während der globalen Finanzkrise 2008, wandten sich einige Anleger dem Franken zu, um ihr Kapital vor Volatilität zu schützen. Gleichzeitig ist die Schweiz kulturell und wirtschaftlich eng mit der Europäischen Union verflochten. Negative Nachrichten zum Ausblick des Blocks können sich daher auch negativ auf den „Swissie“ auswirken.

Die beliebtesten Cross-Currency-Paare

Es gibt auch häufig gehandelte Währungspaare, die den US-Dollar nicht enthalten. Sie werden oft als „Crosses“ oder „Minor-Paare“ bezeichnet und sind als Cross-Currency-Paare bekannt. Im Folgenden werfen wir einen kurzen Blick auf einige der meistgehandelten Cross-Currency-Paare im Forex-Markt – als Inspiration, falls Sie lieber Paare ohne USD handeln möchten. Cross-Currency-Paare, auch Minor-Währungspaare genannt, enthalten typischerweise den Euro, das britische Pfund oder den japanischen Yen.

EUR/CAD

Da der Euro nach dem US-Dollar die am zweithäufigsten gehandelte Fremdwährung ist und der kanadische Dollar zu den meistgehandelten Währungen gehört, hat EUR/CAD auch als Cross-Currency- oder „Minor“-Paar im Forex-Handel weiterhin Gewicht. Das Paar EUR/CAD entstand erwartungsgemäss mit der Einführung des Euro im Jahr 1999.

Zinssätze haben einen starken Einfluss auf die Kursentwicklung von EUR/CAD. Die von der Europäischen Zentralbank (EZB) festgelegten Zinsen können die Stärke oder Schwäche der EU-Wirtschaft in einer bestimmten Phase widerspiegeln. Die monatlichen Berichte der EZB können zudem Hinweise auf die künftige Geldpolitik geben. Gleichzeitig wird die kanadische Wirtschaft stark von ihren Exporten beeinflusst, darunter verschiedene Rohstoffe und Grundmaterialien.

EUR/AUD

EUR/AUD gilt als eines der weniger bekannten Cross-Currency-Paare. Interessanterweise wird dieses Paar stark vom Goldpreis beeinflusst. Das liegt vor allem daran, dass Australien zu den grössten Goldproduzenten der Welt zählt. Sinkt der Wert und die Nachfrage nach Gold, kann dies häufig auch den australischen Dollar belasten.

Weitere Faktoren für den Wert des AUD gegenüber dem Euro sind die Handelsbeziehungen Australiens mit Nachbarländern wie Neuseeland sowie mit dem Fernen Osten. Steigen die Importe aus Neuseeland und Asien, kann dies ein Hinweis darauf sein, dass die Wirtschaft „Down Under“ an Dynamik gewinnt.

EUR/JPY

Das Cross-Currency-Paar Euro/Yen gehört zu den meistgehandelten Forex-Paaren. Seine Beliebtheit hängt unter anderem mit der regelmässigen Volatilität zusammen, da die Kursbewegungen sowohl Daytrader als auch längerfristig orientierte Anleger anziehen können. Der japanische Yen wurde im späten 19. Jahrhundert von der Meiji-Regierung eingeführt. Mit Japans Entwicklung zu einer industriellen Grossmacht wurde der Yen zu einer der einflussreichsten Währungen weltweit.

EUR/CHF

Das Paar Euro/Schweizer Franken zählt zu den interessantesten Cross-Currency-Paaren für Anleger und Trader. Obwohl die Schweiz nicht Teil der Europäischen Union ist, bleibt sie ein enger Handelspartner. Der Franken gilt seit Langem als mögliche Absicherung gegen wirtschaftliche Belastungen in der Eurozone. Während der Eurozonen-Rettungsmassnahmen im Zusammenhang mit der griechischen Staatsschuldenkrise legte der Franken stark zu, da Forex-Trader nach einer stabilen Alternative suchten.

EUR/GBP

Das Währungspaar EUR/GBP stand in den letzten Jahren aufgrund des EU-Referendums und des anschliessenden Brexit-Votums häufig im Fokus der Nachrichten. Euro und Pfund Sterling gehören zu den einflussreichsten Währungen Europas, da sowohl die EU als auch die britische Wirtschaft zu den bedeutenden Wirtschaftsräumen der westlichen Welt zählen. Bei EUR/GBP ist das Pfund die Kurswährung. Das Paar zeigt also, wie viele Pfund benötigt werden, um einen Euro zu kaufen.

Neben dem Brexit zählen Zinssätze und BIP-Daten zu den wichtigsten Einflussfaktoren für EUR/GBP. Senkt die EZB die Zinsen in der Eurozone, schwächt dies EUR/GBP in der Regel. Senkt hingegen die Bank of England die Zinsen, stärkt dies EUR/GBP meist. Das liegt daran, dass niedrigere Zinsen im Forex-Markt typischerweise mit einer geringeren Nachfrage nach einer Währung einhergehen.

GBP/JPY

GBP/JPY, unter erfahrenen Forex-Anlegern informell auch als „Geppy“ bekannt, gilt als guter Indikator für die Verfassung der Weltwirtschaft. Für sich genommen zeigen Pfund und Yen die Stärke der britischen und japanischen Wirtschaft und bieten damit eine Perspektive von West nach Ost.

Wie EUR/JPY war auch „Geppy“ historisch häufig mit erhöhter Marktvolatilität verbunden. Das kann für Daytrader interessant sein, die eine oder mehrere kurzfristige Positionen eingehen möchten. Für langfristig orientierte Forex-Anleger kann es jedoch schwieriger sein, eine Position in GBP/JPY zu halten.

GBP/CAD

Beim Paar GBP/CAD ist das britische Pfund die Basiswährung, während der kanadische Dollar als Kurswährung fungiert. Der kanadische Dollar – und damit auch die kanadische Wirtschaft – ist stark mit der US-Wirtschaft verbunden. Die nordamerikanischen Nachbarn sind langjährige Handelspartner. Wenn die US-Wirtschaft wächst, folgt die kanadische Wirtschaft häufig nicht weit dahinter. Das bedeutet, dass der Wert des US-Dollars häufig mitbestimmen kann, wie sich GBP/CAD am Markt bewegt.

Auch die kanadischen Exporte sollten beobachtet werden. Rohstoffe wie Öl und Gold können den Wert des CAD je nach Marktlage und Nachfrage nach oben oder unten bewegen.

Die beliebtesten exotischen Währungspaare

Neben Major- und Cross-Currency-Paaren gibt es im Forex-Markt auch eine Reihe exotischer Währungspaare. Diese Paare bestehen aus einer etablierten Hauptwährung und einer Währung aus einer Schwellen- oder stärker regional geprägten Volkswirtschaft. EUR/TRY gehört zu den beliebtesten exotischen Paaren, wobei der Euro gegen die türkische Lira gehandelt wird. Dieses Paar ist für Trader zunehmend interessant geworden, da politische und wirtschaftliche Entwicklungen in der Türkei den Kurs stark beeinflussen können.

EUR/TRY

EUR/TRY zählt zu den meistdiskutierten exotischen Währungspaaren im Forex-Markt. Das Paar stellt den Euro der türkischen Lira gegenüber, wobei TRY hier als Kurswährung fungiert. Zwischen Euro und Lira besteht erhebliche Volatilität, wobei Spekulationen rund um einen möglichen EU-Beitritt der Türkei die Kurse stark beeinflussen können.

USD/HKD

USD/HKD ist ein weiteres beliebtes exotisches Forex-Paar, bei dem der US-Dollar dem Hongkong-Dollar als Kurswährung gegenübersteht. Hongkong gilt weiterhin als eine der attraktivsten freien Marktwirtschaften weltweit. Zudem ist es ein Tor zur chinesischen Wirtschaft, sodass Entwicklungen in China die Marktstimmung in der Region beeinflussen können.

NZD/SGD

NZD/SGD stellt den Neuseeland-Dollar dem Singapur-Dollar gegenüber. Letzterer gilt oft als relativ stabil, kann jedoch trotzdem schwanken. Der Wert des NZD ist eng mit dem Erfolg der landwirtschaftlichen Exporte Neuseelands verbunden, während die hoch entwickelte Wirtschaft Singapurs stärker auf IT- und Finanzdienstleistungen ausgerichtet ist.

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