Outrageous Predictions
Die Grüne Revolution der Schweiz: 30 Milliarden Franken-Initiative bis 2050
Katrin Wagner
Head of Investment Content Switzerland
Das Währungspaar GBP/JPY gehört zu den beliebtesten Minor-Währungspaaren im Forex-Markt. Ein Minor-Währungspaar enthält den USD weder als Basiswährung noch als Kurswährung. Die Basiswährung ist die zuerst genannte Währung, die Kurswährung die zweite.
Beim Paar GBP/JPY ist das britische Pfund die Basiswährung und der japanische Yen die Kurswährung. Das Paar zeigt also, wie viele japanische Yen Sie für eine Einheit des britischen Pfunds (£1) kaufen können.
Das Forex-Paar GBP/JPY ist im Devisenhandel unter zwei gängigen Spitznamen bekannt: „Geppy“ und „The Beast“. Wie hat dieses Währungspaar einen so kraftvollen Spitznamen erhalten? Schauen wir uns GBP/JPY genauer an – einschliesslich der wirtschaftlichen und geopolitischen Faktoren, die das Paar bewegen. Denken Sie jedoch immer daran: Forex-Trading ist mit erheblichen Risiken verbunden. Beim Handel auf Margin oder mit Hebel können Verluste Ihre ursprüngliche Einzahlung übersteigen. Forex-Trading ist nicht für alle Anleger geeignet.
Einer der Hauptgründe, warum GBP/JPY im Forex-Handel so viel Aufmerksamkeit erhält, ist seine Rolle als risikosensitives Cross, das Veränderungen der geldpolitischen Erwartungen in Grossbritannien und Japan sowie die breitere Marktstimmung widerspiegeln kann. Das Paar kann Einblicke in die wirtschaftliche und politische Entwicklung einer der wichtigsten Volkswirtschaften Westeuropas sowie einer führenden Volkswirtschaft im asiatisch-pazifischen Raum geben.
Obwohl GBP/JPY gewissermassen als „East meets West“-Benchmark betrachtet werden kann, ist das Paar vor allem auch wegen seiner Kursvolatilität beliebt. Volatilität bedeutet, dass sich der Preis innerhalb eines relativ kurzen Zeitraums deutlich in eine oder beide Richtungen bewegen kann, ohne einem stabilen Muster zu folgen.
Diese Volatilität zieht viele Retail-Day-Trader an, die versuchen, kurzfristige Swing-Trades auf Basis der Kursbewegungen umzusetzen. Da bei GBP/JPY regelmässig stärkere Bewegungen auftreten können, überrascht es nicht, dass das Paar bei Swing-Tradern beliebt ist.
Auch für Trader, die Carry-Trading bevorzugen, ist GBP/JPY interessant. Bei dieser Strategie kauft ein Forex-Trader eine Währung mit höherem Zinssatz gegen eine Währung mit niedrigerem Zinssatz. Angenommen, das britische Pfund hätte einen Zinssatz von 2% und der japanische Yen einen Zinssatz von 1%. Ist die Zinsdifferenz positiv, können Sie für das Halten der Position über Nacht einen Rollover- bzw. Swap-Betrag erhalten – bei negativer Zinsdifferenz kann ein entsprechender Betrag anfallen. Die Zinsdifferenz wird üblicherweise annualisiert angegeben, während die tatsächlichen Swap- oder Rollover-Beträge je nach Broker und Marktbedingungen variieren.
Wenn Sie sich fragen, wie Sie GBP/JPY über einen Online-Forex-Broker kaufen und verkaufen können, ist es hilfreich zu wissen, dass der Forex-Markt 24 Stunden am Tag, fünf Tage die Woche geöffnet ist (mit einer Schliessung über das Wochenende). Anders als an Aktienmärkten kommt der Handel mit Fremdwährungen nach Geschäftsschluss nicht zum Stillstand.
Das bedeutet jedoch nicht, dass es keine aktiveren Handelszeiten gibt. Das Handelsvolumen steigt häufig während der London-Session und bei wichtigen Überschneidungen der Handelssitzungen, auch wenn die Muster variieren können. Zudem gibt es weitere Momente, in denen das Handelsvolumen deutlich anzieht – insbesondere bei wichtigen Bekanntgaben zur britischen oder japanischen Wirtschaft.
Wenn Sie gerade erst mit Forex-Trading beginnen und überlegen, „The Beast“, also das Währungspaar GBP/JPY, zu handeln, sollten Sie die Marktmechanismen verstehen, bevor Sie echtes Kapital einsetzen.
Wie bei allen anderen Forex-Paaren wird der Markt als GBP/JPY angezeigt – das ist das Tickersymbol des Paares. Dieses Tickersymbol benötigen Sie, wenn Sie Positionen auf den „Geppy“ eröffnen oder schliessen möchten.
Auf den meisten Online-Forex-Handelsplattformen werden neben dem Tickersymbol GBP/JPY zwei Kurse angezeigt. Der erste ist der sogenannte Geldkurs. Das ist der Kurs, zu dem Trader GBP/JPY verkaufen können. Der zweite Kurs ist der sogenannte Briefkurs. Das ist der Kurs, zu dem Trader GBP/JPY kaufen können.
Die Differenz zwischen Geld- und Briefkurs wird als Geld-Brief-Spanne bzw. Bid-Ask-Spread bezeichnet. Dieser Spread ist ein Handelskostenfaktor. Je nach Konto- und Preismodell können Kosten im Spread und/oder in Kommissionen bzw. Gebühren enthalten sein.
Bid-Ask-Spreads gehören zu den häufigsten Kosten beim Handel mit Forex-Paaren wie GBP/JPY. Bei den wichtigsten Währungen mit US-Dollar-Beteiligung ist die Differenz zwischen Geld- und Briefkurs meist am kleinsten. Bei einigen Minor-Währungen und insbesondere bei exotischen Währungen, die Fiatwährungen aus Entwicklungs- oder Schwellenländern umfassen, kann der Spread deutlich grösser sein.
Je enger der Bid-Ask-Spread ist, desto weniger muss sich Ihre offene Position auf GBP/JPY bewegen, um in die Gewinnzone zu kommen. Daytrader, die GBP/JPY mit einer Differenz von drei Pips zwischen Geld- und Briefkurs kaufen, wissen, dass sich ihre Einstiegsposition nur um vier Pips zu ihren Gunsten bewegen muss, um profitabel zu werden. Der Bid-Ask-Spread bei GBP/JPY variiert je nach Broker, Kontotyp und Marktbedingungen und kann sich in schnell bewegten Märkten deutlich ausweiten. Genau das macht das Paar für Swing-Trader attraktiv, die von Marktvolatilität profitieren möchten.
Auch wenn technische Indikatoren dabei helfen können, mögliche Kauf- und Verkaufsgelegenheiten bei GBP/JPY zu identifizieren, nutzen viele Einsteiger im Forex-Trading auch die Fundamentalanalyse. Indem man Entscheidungen und Ankündigungen der Zentralbanken in Grossbritannien und Japan sowie der jeweiligen Regierungen interpretiert, lässt sich ein besseres Verständnis für die allgemeine Richtung einer Volkswirtschaft gewinnen.
Die Bank of Japan gilt als eine der aktivsten Zentralbanken am Forex-Markt. Im Zentrum ihrer Entscheidungen steht häufig der Schutz der japanischen Exporte, die dank der Technologie- und Industriesektoren eine wichtige Rolle in der japanischen Wirtschaft spielen. Aus den monatlichen Zinsentscheidungen der Bank of Japan lassen sich oft wichtige Hinweise ableiten.
Jede Veröffentlichung enthält eine Stellungnahme zum Zinsentscheid, in der die wirtschaftliche Lage und die Gründe für die Beibehaltung oder Änderung des Leitzinses erläutert werden.
Wenn Sie bevorzugt auf fundamentale Faktoren wie Nachrichten, Stellungnahmen und Pressekonferenzen achten, können diese Zinsmitteilungen der Bank of Japan einen allgemeinen Überblick über das aktuelle Umfeld und kurz- bis mittelfristige Trends geben.
Ähnlich verhält es sich mit der Bank of England. Auch ihre Zinsmitteilungen können Hinweise darauf geben, in welche Richtung sich die britische Wirtschaft in den kommenden Monaten entwickeln könnte. Wenn eine Volkswirtschaft schwächer wirkt oder deutlich dovishere Signale sendet als die andere, kann dies ein Faktor sein, den Trader bei ihrer Einschätzung von GBP/JPY berücksichtigen.
Viele Carry-Trader lesen diese Zentralbankmitteilungen, bevor sie Positionen eingehen. Historisch lagen die Zinsen in Grossbritannien häufig deutlich höher als in Japan.
Die Bank of Japan hat in den vergangenen Jahrzehnten zeitweise Null- oder sogar Negativzinsen eingesetzt, um Ausgaben und Wachstum zu fördern. Sollte dies so bleiben, könnten Carry-Trader weiterhin Long-Positionen (Kaufpositionen) in GBP/JPY eingehen und JPY über Nacht short halten, um positive Swap-Zinsen zu erzielen.
Das Risiko bei solchen Trades besteht jedoch darin, dass kurzfristige Volatilität auftreten und mögliche Erträge schnell zunichtemachen kann.
Neben Zinssätzen und geldpolitischen Ankündigungen der Zentralbanken können auch Energierohstoffe eine Rolle für die Einschätzung von GBP/JPY spielen. Grossbritannien produziert und handelt Öl und Gas, doch GBP/JPY wird häufiger von Zinserwartungen, Risikostimmung und makroökonomischen Faktoren beeinflusst. Japans Abhängigkeit von Energieimporten kann dabei einer von mehreren relevanten Faktoren sein.
Japan gehört zudem zu den führenden Importeuren von Erdgas. Dadurch ist die japanische Wirtschaft anfällig für Schwankungen bei den globalen Energiepreisen.
Weitere Faktoren, die die Preise von Energierohstoffen wie Rohöl und Erdgas beeinflussen und zusätzlichen Druck auf die japanische Wirtschaft ausüben können, sind Inflation und globale politische Volatilität.
Auch die Regierungspolitik in Grossbritannien und Japan kann die Richtung des Währungspaares GBP/JPY beeinflussen. Parlamentswahlen und Referenden gehören zu den wichtigsten Auslösern von Volatilität beim britischen Pfund. Beides kann zeitweise Unsicherheit für die Wirtschaft schaffen.
Ähnlich ist es in Japan. Die Einschätzung des japanischen Yen hängt häufig damit zusammen, welche geldpolitischen und wachstumsbezogenen Strategien die Regierung verfolgt. Eine japanische Regierung, die den Exportsektor des Landes erhalten oder stärken möchte, dürfte sich tendenziell positiv auf den Yen auswirken.
GBP/JPY verbindet zwei der historisch bedeutendsten Fiatwährungen der modernen Zeit. Seit dem 17. Jahrhundert zählt das britische Pfund zu den einflussreichsten Währungen. Der japanische Yen ist seit 1871 die Landeswährung Japans, als er von der Meiji-Regierung eingeführt wurde, um die weit verbreiteten spanischen Dollar abzulösen, die Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts im Land im Umlauf waren.
Historisch gesehen gehörte der Yen zu den günstigeren Fiatwährungen im asiatisch-pazifischen Raum. Dies war lange ein Ziel der Bank of Japan, um die Wettbewerbsfähigkeit der Exporte zu sichern. Mit dem Wachstum der japanischen Wirtschaft ist jedoch auch der Wert des Yen gestiegen.
Obwohl das Währungspaar GBP/JPY weiterhin stark schwanken kann, zeigt der langfristige Trend eine deutliche Aufwertung des Yen gegenüber dem Pfund. Langfristig hat sich GBP/JPY erheblich bewegt – beispielsweise notierte das Paar Anfang der 1980er-Jahre über JPY 400 pro GBP und zeitweise im Jahr 2022 im Bereich von etwa 160 bis 170.
Auch in jüngerer Vergangenheit schwankte der GBP/JPY-Kurs deutlich. Im Juni 2007 hatte sich das Pfund auf rund 250 Yen pro Pfund erholt. Mit Beginn der globalen Rezession schwächte sich das Pfund jedoch bis Januar 2009 deutlich auf etwa 120 Yen pro Pfund ab.
Das Brexit-Referendum im Vereinigten Königreich und die anschliessende Entscheidung, die Europäische Union zu verlassen, führten dazu, dass der Yen gegenüber dem Pfund von 166 Yen pro Pfund auf 133 Yen pro Pfund aufwertete.
Einige Datenquellen nennen ein historisches Hoch von rund 1’014 JPY pro GBP im Jahr 1963. Historische Wechselkursreihen und Berechnungsmethoden unterscheiden sich jedoch, weshalb sehr weit zurückliegende Extremwerte nur als illustrativ betrachtet werden sollten.
Einige Trader beurteilen GBP/JPY je nach Faktoren wie Wachstum, Inflation und Zinserwartungen in Grossbritannien und Japan unterschiedlich. Ein guter Hinweis auf Stärke des GBP am Forex-Markt sind solides BIP-Wachstum und kontrollierte Inflationsraten.
Für den Verkauf von GBP/JPY wären Marktbedingungen günstig, in denen die japanische Wirtschaft die britische Wirtschaft kontinuierlich übertrifft. Dies könnte dazu führen, dass der japanische Yen gegenüber dem britischen Pfund an Wert gewinnt. Short-Exposure kann über verschiedene Instrumente aufgebaut werden, einschliesslich CFDs, sofern verfügbar. CFDs sind komplexe, gehebelte Produkte und können zu Verlusten führen, die Ihre ursprüngliche Einzahlung übersteigen. Sie sind nicht für alle Anleger geeignet.
CFD-Trading ermöglicht es Ihnen, potenziell zu profitieren, wenn der Wert eines zugrunde liegenden Vermögenswerts fällt – zum Beispiel bei einem Rückgang einer Währung wie des britischen Pfunds. Gewinn oder Verlust beim Shorten eines Währungspaares wie GBP/JPY ergibt sich aus der Preisdifferenz zwischen Einstiegs- und Ausstiegskurs.