Outrageous Predictions
Die Grüne Revolution der Schweiz: 30 Milliarden Franken-Initiative bis 2050
Katrin Wagner
Head of Investment Content Switzerland
Saxo Group
Wenn Sie sich schon einmal bei einer Marktschwankung unwohl gefühlt oder Nervosität gespürt haben, während Ihr Portfolio sank, dann haben Sie bereits eines der wichtigsten — und oft missverstandenen — Elemente des Investierens erlebt: Volatilität.
Volatilität wird häufig mit Panik, Instabilität oder Risiko assoziiert. Mit der richtigen Perspektive kann sie jedoch zu einem wertvollen Signal werden — eines, das beim Risikomanagement hilft, strategische Entscheidungen unterstützt und sogar Chancen aufzeigen kann.
In diesem Leitfaden erklären wir, was Volatilität wirklich bedeutet, wie man sie misst und warum sie wichtig ist — unabhängig davon, ob Sie langfristig investieren oder aktiv handeln. Mit einem klareren Verständnis ihrer Rolle sind Sie besser gerüstet, die natürlichen Aufs und Abs des Marktes zu navigieren — und davon zu profitieren.
Volatilität beschreibt, wie stark der Preis eines Vermögenswerts — etwa einer Aktie, Anleihe oder eines Marktindex — über einen bestimmten Zeitraum schwankt. Hohe Volatilität bedeutet grössere, oft unvorhersehbare Kursänderungen, während niedrige Volatilität stabilere, eher graduelle Bewegungen widerspiegelt.
Im Kern ist Volatilität ein Ausdruck von Unsicherheit. Wenn Vertrauen hoch ist, bewegen sich Preise meist geordneter. Sind Anlegerinnen und Anleger verunsichert — etwa wegen unerwarteter Konjunkturdaten, geopolitischer Ereignisse oder politischer Richtungswechsel — neigen Kurse eher zu kräftigen Ausschlägen in beide Richtungen.
Volatilität hilft Anlegern dabei:
Im Anlagekontext wird „Risiko“ häufig anhand von Volatilität gemessen. Eine Aktie, die sich jährlich um 5 % bewegt, gilt als weniger riskant als eine, die um 30 % schwankt. Das heißt nicht, dass Anlagen mit höherer Volatilität per se schlecht sind — sie erfordern jedoch eine höhere Toleranz gegenüber Kursschwankungen.
Wenn Sie sich dem Ruhestand nähern, bevorzugen Sie möglicherweise Anlagen mit geringerer Volatilität, um Kapital zu erhalten. Wenn Sie hingegen langfristig investieren und kurzfristige Einbrüche tolerieren können, kann ein volatileres Portfolio größere Renditechancen bieten.
Wichtigste Erkenntnis: Ihre persönliche Komfortzone gegenüber Volatilität zu kennen, ist entscheidend, um ein Portfolio aufzubauen, das zu Ihren Zielen und Ihrer Risikobereitschaft passt.
Volatilität spielt eine zentrale Rolle beim Optionshandel. Bewertungsmodelle wie Black-Scholes basieren stark auf erwarteter Volatilität, um den Wert von Optionskontrakten zu bestimmen.
Wenn die erwartete Volatilität steigt, werden Optionen tendenziell teurer — das spiegelt die höhere Wahrscheinlichkeit wider, dass größere Kursbewegungen eine Option „ins Geld“ bringen.
Schon moderate Änderungen der Volatilität können die Optionspreise deutlich beeinflussen, weshalb dieses Konzept für alle, die mit Derivaten arbeiten, unerlässlich ist.
Volatilität ist eine Schlüsselgröße bei der Asset-Allokation. Indem man Anlagen mit unterschiedlichen Volatilitätsniveaus und geringer Korrelation kombiniert, lassen sich Portfolios gestalten, die stabilere und konsistentere Renditen liefern.
Beispielsweise können zwei volatile Anlagen, die sich gegenläufig bewegen, das Gesamtrisiko des Portfolios senken — auch wenn jede einzeln betrachtet sehr schwankungsanfällig ist.
Deshalb fühlt sich ein Portfolio, das nur aus wachstumsstarken Aktien besteht, zwar dynamisch an, ist aber auch stärker anfällig für grosse Rückgänge. Ein Portfolio, das Aktien, Anleihen und andere Anlageklassen mischt, ist in der Regel widerstandsfähiger über verschiedene Marktzyklen.
Steigende Volatilität signalisiert oft wachsende Unsicherheit oder Angst unter den Anlegern. Niedrigere Volatilität kann Ruhe ausdrücken — oder in manchen Fällen Selbstzufriedenheit.
Die Beobachtung von Indikatoren wie dem VIX-Index kann Einblicke in die allgemeine Marktpsychologie gewähren. Werden Anlegerinnen und Anleger durch Wirtschaftsdaten verunsichert? Oder werden sie übermütig? Solche Signale helfen, Anlageentscheidungen fundierter zu treffen.
Kurzfristige und aktive Trader passen ihre Strategien häufig an die Volatilität an. In volatilen Phasen gibt es mehr Chancen für kurzfristige Gewinne — aber auch ein erhöhtes Risiko.
In ruhigeren Perioden sind Strategien wie Range-Trading oder einkommensgenerierende Ansätze oft passender. Entscheidend ist, die Vorgehensweise an das Marktumfeld anzupassen, statt eine Strategie erzwingen, die nicht dazu passt.
Volatilität lässt sich auf verschiedene Weise messen. Jede Methode bietet eine andere Perspektive auf Marktbewegungen:
Diese rückblickende Kennzahl verfolgt, wie stark der Preis eines Vermögenswerts über einen bestimmten Zeitraum geschwankt hat. Sie gibt Auskunft darüber, wie "holprig" die jüngste Entwicklung war.
Aus Optionspreisen abgeleitet, blickt die implizite Volatilität nach vorne — sie spiegelt die Markterwartungen für künftige Kursbewegungen wider. Ein Anstieg der impliziten Volatilität deutet häufig darauf hin, dass Anlegerinnen und Anleger sich auf mögliche Turbulenzen einstellen.
Oft als "Angstbarometer" bezeichnet, misst der VIX die erwartete 30-Tage-Volatilität des S&P 500. Ein hoher VIX deutet auf Besorgnis oder Unsicherheit hin; ein niedriger Wert auf relative Ruhe.
Zusätzlich zum VIX können mehrere verwandte Kennzahlen tiefere Einblicke in Markterwartungen und Risikodynamiken liefern:
Sie müssen nicht jede Kennzahl permanent verfolgen — doch deren Kenntnis kann helfen, besser zu verstehen, was die Marktbewegungen antreibt.
Volatilität ist nichts, wovor man Angst haben muss — sondern etwas, das man verstehen und zu seinem Vorteil nutzen kann. Ob Sie langfristig anlegen oder kurzfristige Trades managen: Wer die Funktionsweise der Volatilität kennt, verschafft sich einen wertvollen Vorteil.
Indem Sie erkennen, was Volatilität signalisiert, Ihre Strategie bei Bedarf anpassen und einen langfristigen Fokus bewahren, können Sie bessere Entscheidungen treffen — selbst wenn die Märkte unsicher wirken.
Denn letztlich geht ums kluge Investieren nicht darum, Volatilität zu vermeiden. Es geht darum, sie für sich zu nutzen.