Outrageous Predictions
Die Grüne Revolution der Schweiz: 30 Milliarden Franken-Initiative bis 2050
Katrin Wagner
Head of Investment Content Switzerland
Die Cannabisbranche zieht viel Kapital an, da viele Investoren von einem starken Wachstumspotenzial ausgehen. Der Sektor hat sich entwickelt, nachdem Teile der Welt Cannabis für medizinische und freizeitorientierte Zwecke legalisiert haben. Trotz der anhaltenden Kontroversen rund um das Thema möchten wir Ihnen einen Überblick geben – falls Sie ein Investment in Betracht ziehen.
In diesem Leitfaden fassen wir die Cannabisbranche und ihre wichtigsten Teilbereiche zusammen und zeigen auf, wie sich diese zur Diversifikation eines Portfolios nutzen lassen. Zudem beleuchten wir zentrale Risiken, die Anleger im Blick behalten sollten.
Seit Uruguay im Jahr 2013 den Freizeitkonsum von Cannabis legalisiert hat, wächst die Branche rasant. Kanada folgte 2018 und wurde damit das zweite Land weltweit mit einer vollständigen Legalisierung. Seither haben verschiedene Länder ihre Gesetzgebung schrittweise gelockert – etwa durch die Entkriminalisierung des Eigenkonsums oder begrenzten Eigenanbau. Die rechtliche Situation unterscheidet sich jedoch nach wie vor stark von Land zu Land und entwickelt sich laufend weiter.
Die Reformen in Deutschland im Jahr 2024 haben den Besitz für Erwachsene sowie einen begrenzten Eigenanbau legalisiert (mit schrittweiser Umsetzung), was langfristig Einfluss auf die Rahmenbedingungen der Branche haben kann. Trotz teils deutlicher Kursrückgänge in den letzten Jahren gelten viele Cannabis-Aktien weiterhin als hoch bewertet, da sie starke Erwartungen an zukünftiges Wachstum widerspiegeln. Entsprechend sollten Anleger vor einem Investment eine sorgfältige Analyse durchführen.
Bevor Sie in die Cannabisbranche investieren, lohnt es sich, die verschiedenen Teilbereiche zu verstehen. So lässt sich besser einschätzen, wo das grösste Wachstumspotenzial liegt oder wo interessante Bewertungen zu finden sind. Insgesamt lässt sich die Branche in drei zentrale Segmente unterteilen, die jeweils unterschiedliche Investmentmöglichkeiten bieten:
Ohne Produzenten und Händler gäbe es die Cannabisbranche nicht. Anleger können entweder in etablierte Unternehmen investieren oder gezielt nach wachstumsstarken Start-ups suchen, die in Regionen mit legalem Markt aktiv sind. Ein Beispiel für ein Unternehmen in diesem Bereich ist GrowGeneration, einer der grössten Anbieter von Hydroponik-Lösungen mit einem breiten Sortiment für professionelle und private Anbauer.
Da viele Länder Cannabis zunächst für medizinische Zwecke legalisieren, stehen Biotechnologieunternehmen im Fokus, die entsprechende pharmazeutische Produkte entwickeln. In den Anfangsjahren agierten grosse Pharmaunternehmen noch zurückhaltend, da der Bereich als riskant galt.
Dies änderte sich allerdings im Jahr 2019, als der weltweit grösste Hersteller von Generika, Teva, eine Kooperation mit dem Medizinalcannabis-Unternehmen Canndoc einging, um dessen Produkte zu vertreiben.
Mit diesem Schritt hat das israelische Unternehmen den Weg für weitere Marktteilnehmer geebnet. Interessante Investitionschancen können sich in Partnerschaften zwischen grossen Pharmaunternehmen und kleineren Cannabis-Biotechfirmen ergeben.
Der dritte Bereich umfasst Unternehmen, die Produkte oder Dienstleistungen für die Cannabisbranche bereitstellen. Dazu zählen unter anderem eCommerce-Plattformen, Logistiklösungen, Anbautechnologie sowie weitere spezialisierte Services entlang der Wertschöpfungskette.
Grundsätzlich gibt es zwei Hauptanwendungen für Cannabis – den medizinischen und den freizeitbezogenen Gebrauch. Wenn Sie verstehen, wie Cannabis genutzt wird, können Sie besser einschätzen, in welchen Bereichen in den kommenden Jahren Wachstumspotenzial bestehen könnte.
Studien zeigen, dass Cannabis in den USA am häufigsten zur Schmerzlinderung eingesetzt wird. Besonders bei chronischen, altersbedingten Schmerzen kommt es zum Einsatz und gilt im Vergleich zu Opiaten als weniger suchterzeugend.
Unter Freizeitkonsum versteht man den Gebrauch von Cannabis ohne medizinischen Zweck, also etwa zum eigenen Vergnügen. Dies kann sowohl in geselligen Situationen als auch allein stattfinden und wird häufig mit anderen legalen Genussmitteln wie Alkohol verglichen. In Regionen mit legalem Markt sind bereits neue Geschäftsmodelle entstanden, zum Beispiel Cannabis-Cafés. Es ist davon auszugehen, dass sich in diesem Bereich weitere innovative Geschäftsmöglichkeiten entwickeln werden.
Auch wenn die Cannabisbranche verschiedene Anlagechancen bietet, ist sie mit Risiken verbunden. Der Sektor steht vor zahlreichen Herausforderungen, die überwunden werden müssen, um langfristig nachhaltig wachsen zu können.
Eine zentrale Herausforderung ist die sich ständig verändernde Gesetzgebung. Obwohl Cannabis in vielen Regionen legalisiert wurde, gibt es keine einheitlichen Regelungen. Unternehmen, die international tätig sein möchten, müssen ihre Geschäfts- und Marketingmodelle daher an die jeweiligen lokalen Vorgaben anpassen.
Kleinere Start-ups laufen Gefahr, von grossen, etablierten Unternehmen verdrängt oder übernommen zu werden – insbesondere aus verwandten Branchen wie Alkohol und Tabak. Das Interesse dieser Konzerne an der Cannabisbranche nimmt zu, und Unternehmen wie Anheuser-Busch InBev, Pabst Brewing Company und Constellation Brands investieren bereits in cannabisbezogene Produkte.
Wie erfahrene Anleger wissen, geht hohes Potenzial in der Regel mit erhöhtem Risiko einher. Eine gründliche Recherche und die Nutzung verschiedener Informationsquellen sind daher entscheidend, um fundierte Anlageentscheidungen zu treffen. Nachfolgend einige zentrale Risiken:
Viele Unternehmen setzen stark auf die erwartete Entwicklung der Branche, obwohl gerade junge Start-ups häufig scheitern. In der Vergangenheit konnten einige Anbieter von medizinischem Cannabis beispielsweise keine ausreichenden Informationen zu notwendigen Lizenzen oder Markteintrittsbarrieren liefern und haben dadurch Kapital verloren.
In vielen Ländern ist die Gesetzgebung noch im Wandel. Es besteht die Möglichkeit, dass Regierungen neue Regelungen wieder anpassen oder zurücknehmen.
So könnten etwa neue wissenschaftliche Erkenntnisse die Einschätzung von Cannabis im medizinischen Bereich verändern und entsprechende Anwendungen einschränken. Auch unerwünschte Folgen einer Legalisierung könnten dazu führen, dass Gesetze erneut angepasst werden. Zudem sollten Anleger mögliche Veränderungen bei Preisen und Steuern berücksichtigen sowie das Risiko überhöhter Bewertungen bei grossem Anlegerinteresse und Verwässerungseffekte durch Kapitalerhöhungen.
Wenn Sie in Cannabis-Aktien investieren möchten, ist dies über die meisten Broker möglich. Folgende Anlageinstrumente kommen infrage:
Sie können direkt in Unternehmen investieren, die in der Cannabisbranche tätig sind. Diese sind oft in den zuvor beschriebenen Teilsegmenten aktiv. Einzelaktien ermöglichen eine gezielte Ausrichtung auf die Entwicklung bestimmter Unternehmen.
ETFs (Exchange Traded Funds) sind börsengehandelte Fonds, die ähnlich wie Aktien gehandelt werden. Ein Cannabis-ETF bündelt verschiedene Unternehmen der Branche und ermöglicht so eine breitere Diversifikation. Dadurch kann das Risiko im Vergleich zu Einzelaktien reduziert werden.
Wenn Sie ein Investment in Cannabis in Betracht ziehen, sollten Sie sich vorab umfassend informieren, um fundierte Entscheidungen treffen zu können. Die Branche steht im Fokus vieler Anleger, bleibt jedoch risikoreich und mit Unsicherheiten behaftet.