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Katrin Wagner
Head of Investment Content Switzerland
Put-Optionen sind eine der beiden wichtigsten Arten von Optionskontrakten, mit denen Anleger einen zugrunde liegenden Vermögenswert oder ein Wertpapier innerhalb eines festgelegten Zeitraums kaufen oder verkaufen können.
Wenn Sie nach einer Alternative zum Short Selling einer Aktie am Markt suchen, lesen Sie weiter. Wir erklären, wie Put-Optionen funktionieren und wie sie als Teil eines umfassenderen Ansatzes eingesetzt werden können.
Wichtig ist: Optionen sind komplexe Produkte und mit erheblichen Risiken verbunden. Sie können die gesamte gezahlte Prämie verlieren, und Verkäufer von Optionen können erhebliche Verluste erleiden. Optionen sind nicht für alle Anleger geeignet.
Eine Put-Option ist eine vertragliche Vereinbarung, die ihrem Inhaber das Recht gibt, einen zugrunde liegenden Vermögenswert zu einem vorab festgelegten Preis zu verkaufen. Dieser Preis wird als Ausübungspreis bezeichnet. Der Vertrag ist zeitlich begrenzt und hat ein Verfallsdatum, das in den Bedingungen der Put-Option festgelegt ist.
Sie ist das Gegenstück zur Call-Option, die Anlegern das Recht gibt, einen zugrunde liegenden Vermögenswert vor dem Verfallsdatum des Kontrakts zu einem vorab festgelegten Preis zu kaufen.
Put-Optionen sind – genau wie Call-Optionen – eine Form von Derivaten, da ihr Wert an ein anderes Wertpapier gekoppelt ist. Viele börsennotierte Aktienoptionen, etwa in den USA, haben einen Kontraktmultiplikator von 100 Aktien. Die Kontraktgrösse variiert jedoch je nach Markt und Instrument und kann sich bei Indizes, Rohstoffen, FX oder infolge von Kapitalmassnahmen unterscheiden. Es ist nicht erforderlich, die zugrunde liegende Aktie zu besitzen, um eine Put-Option zu kaufen oder zu verkaufen.
Ein besonders wichtiger Punkt ist, dass eine Put-Option Käufern das Recht gibt, einen zugrunde liegenden Vermögenswert zu verkaufen – aber keine Pflicht. Ein Anleger muss seine Option nicht ausüben, wenn der Wert des Vermögenswerts den Ausübungspreis erreicht.
Put-Optionen können über einen Broker gekauft und verkauft werden. Angenommen, Sie erwarten, dass der Wert der Aktie ABC in den kommenden Monaten von USD 50 fällt. Sie würden eine Put-Option mit einem Ausübungspreis von USD 50 und einem Verfallsdatum in drei Monaten kaufen.
Nach zwei Monaten ist der Aktienkurs von ABC auf USD 30 pro Aktie gefallen. Der innere Wert der Option läge bei USD 20 pro Aktie (vor Berücksichtigung des Zeitwerts), während der Marktpreis der Option je nach Volatilität und Restlaufzeit höher oder niedriger ausfallen könnte.
Käufer von Optionen zahlen dem Verkäufer eine Prämie. Je nach Konto können zusätzlich Kommissionen oder Gebühren des Brokers anfallen. Diese Kosten werden in den meisten Fällen pro Aktie berechnet. Angenommen, Ihr Broker berechnet USD 1 pro Aktie. Dann müssten Sie USD 100 von den Erträgen Ihrer Put-Option abziehen, zuzüglich möglicher weiterer Kommissionen, bevor sich Ihr endgültiger Gewinn ergibt.
Unter sonst gleichen Bedingungen nimmt der Zeitwert einer Put-Option in der Regel ab, je näher das Verfallsdatum rückt. Dieses Konzept wird als Zeitwertverfall bezeichnet. Der Zeitwertverfall reduziert den Zeitwert einer Option typischerweise, je näher der Verfallstermin kommt.
Sobald eine Put-Option ihren Zeitwert verliert, rückt der innere Wert in den Fokus. Wie der Name andeutet, ergibt sich dieser aus der Differenz zwischen dem Ausübungspreis und dem Kurs des zugrunde liegenden Vermögenswerts. Wenn ein innerer Wert besteht, gilt die Option als „im Geld“ (ITM). Ist eine Put-Option im Geld, hat sie einen inneren Wert (Ausübungspreis minus Kurs des Basiswerts). Ist sie am Geld (ATM) oder aus dem Geld (OTM), hat sie keinen inneren Wert, kann aber weiterhin einen Zeitwert haben.
Statt die Option auszuüben, können Trader sie vor dem Verfall verkaufen oder andere Strategien nutzen. Solche Alternativen, einschliesslich Short Selling, hängen jedoch von Verfügbarkeit, Kosten und Risiko ab.
Zur Erinnerung: Wenn Sie eine Put-Option kaufen, gehen Sie davon aus, dass der Wert eines zugrunde liegenden Vermögenswerts während der Laufzeit des Kontrakts fällt. Der Kauf eines Puts kann zur Absicherung genutzt werden, ist jedoch mit Kosten verbunden – der sogenannten Prämie – und die Option kann wertlos verfallen. Steigt der Basiswert, kann die Put-Option an Wert verlieren, und die gezahlte Prämie wird je nach Positionsgrösse und Timing möglicherweise nicht durch Gewinne ausgeglichen.
Angenommen, Sie halten derzeit eine Long-Position im zugrunde liegenden Vermögenswert. Der Kauf einer Put-Option kann als eine Art Absicherung für diese Long-Position dienen, falls der Wert des Vermögenswerts gegen Sie läuft. Steigt der Kurs des zugrunde liegenden Vermögenswerts jedoch weiter zu Ihren Gunsten, ist Ihr Verlust auf die ursprünglich gezahlte Prämie für die OTM-Put-Option begrenzt. Dieser Verlust kann je nach Positionsgrösse, Timing und Marktentwicklung teilweise durch Gewinne im zugrunde liegenden Vermögenswert ausgeglichen werden.
Der Kauf einer Put-Option und das Short Selling eines zugrunde liegenden Vermögenswerts sind zwei bearish ausgerichtete Ansätze an den Finanzmärkten. Es gibt jedoch wichtige Unterschiede. So ist der maximale Verlust für Käufer von Put-Optionen grundsätzlich ab dem Zeitpunkt des Kaufs begrenzt.
Der maximale Verlust ist in der Regel auf die gezahlte Prämie zuzüglich möglicher Kommissionen oder Gebühren begrenzt. Die Kontoanforderungen unterscheiden sich je nach Broker und Rechtsordnung. Für den Kauf von Optionen ist üblicherweise eine Freigabe für den Optionshandel erforderlich, und manche Broker verlangen selbst für den Optionskauf ein margingeführtes Konto.
Short Selling ist dagegen mit höheren inhärenten Risiken verbunden. Theoretisch ist das Risiko für Short Seller unbegrenzt, da beim Leerverkauf eines Vermögenswerts nicht garantiert ist, dass der Kurs fällt. Der Kurs könnte über Jahre hinweg weiter steigen und Short Seller damit tief in die Verlustzone bringen. Hinzu kommen mögliche zusätzliche Kosten wie Margin-Zinsen und Gebühren für die Wertpapierleihe.
Der Kauf von Put-Optionen kann den Verlust auf die gezahlte Prämie begrenzen. Optionen bleiben jedoch komplex und risikoreich und sind nicht für alle Anleger geeignet. Short Selling ist mit erheblichen Risiken verbunden. Risikokontrollen wie Positionsgrösse und Stop-Loss-Orders können beim Risikomanagement helfen, beseitigen das Risiko aber nicht vollständig. In schnell bewegten Märkten kann die Ausführung zudem schlechter ausfallen als erwartet.
Wenn Sie davon ausgehen, dass der Kurs eines zugrunde liegenden Vermögenswerts in den kommenden Monaten steigen dürfte, könnten Sie den Verkauf einer Put-Option in Betracht ziehen. Wenn Sie einen Put-Optionskontrakt verkaufen, gehen Sie davon aus, dass der Marktwert des Vermögenswerts kurz- bis mittelfristig stabil bleibt oder steigt.
Als Verkäufer einer Put-Option erhalten Sie eine vorab vereinbarte Prämie pro Aktie dafür, dass der Käufer den Optionskontrakt erwerben kann. Allerdings ist das finanzielle Abwärtsrisiko für Put-Verkäufer deutlich höher. Put-Verkäufer können zugeteilt werden und verpflichtet sein, den zugrunde liegenden Vermögenswert zu kaufen, wenn die Option ausgeübt wird – einschliesslich einer möglichen vorzeitigen Ausübung bei bestimmten Optionen. Daher müssen Put-Verkäufer über ausreichende Mittel im Konto oder über eine vorab vereinbarte Margin-Kapazität bei ihrem Broker verfügen, um den Vermögenswert vom Put-Käufer erwerben zu können.
Eine Put-Option wird in der Regel nur ausgeübt, wenn dies wirtschaftlich sinnvoll ist. Ob sie vor dem Verfall ausgeübt werden kann, hängt vom Optionstyp ab. Wird ein Short Put ausgeübt oder zugeteilt, kann der Verkäufer verpflichtet sein, den zugrunde liegenden Vermögenswert zum Ausübungspreis zu kaufen. Verfällt die Option wertlos, kann der Put-Verkäufer die erhaltene Prämie behalten, vorbehaltlich Kosten sowie einer möglichen vorherigen Glattstellung oder Zuteilung.
Der Verkauf mehrerer Put-Optionen erhöht das Exposure und die potenziellen Verluste. Anforderungen und Limits hängen von den Margin-Regeln und den Vorgaben des Brokers ab.