Outrageous Predictions
Die Grüne Revolution der Schweiz: 30 Milliarden Franken-Initiative bis 2050
Katrin Wagner
Head of Investment Content Switzerland
Senior Relationship Manager
Diese Woche steht global ganz im Zeichen der Geldpolitik. Mehrere der wichtigsten Zentralbanken – darunter die US-Notenbank Fed, die Europäische Zentralbank (EZB) und die Bank of England – nehmen eine neue Lagebeurteilung vor und entscheiden über ihre Zinspolitik. Insgesamt setzen rund ein Dutzend Notenbanken ihre Politik fest; ihre Währungen machen etwa 90% des weltweiten Devisenhandels aus. Entsprechend nervös reagieren Devisenmärkte traditionell auf solche gebündelten Termine. Leitzins bleibt voraussichtlich bei 0% In diesem Umfeld fällt am 19. März auch die geldpolitische Lagebeurteilung der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Aus heutiger Sicht ist das wahrscheinlichste Szenario klar: Die SNB dürfte ihren Leitzins bei 0% belassen. Die Inflation in der Schweiz bleibt moderat, gleichzeitig hat sich der Franken erneut als klassischer Safe-Haven behauptet. Gerade in geopolitisch unsicheren Zeiten, aktuell verstärkt durch Spannungen im Nahen Osten und steigende Energiepreise, suchen internationale Anleger verstärkt Sicherheit im Franken. Ein starker Franken dämpft zwar die importierte Inflation, belastet aber Exportindustrie und Tourismus. Für die SNB ergibt sich damit das bekannte Spannungsfeld zwischen Preisstabilität und Wechselkurs. Negativzinsen: sehr geringe Wahrscheinlichkeit, aber nicht ausgeschlossen Am Markt wird zwar über eine mögliche Rückkehr zu Negativzinsen diskutiert, doch die Wahrscheinlichkeit gilt derzeit als sehr gering. Zinshändler preisen lediglich eine kleine Chance ein, dass die SNB den Leitzins wieder unter null senken könnte. Negativzinsen bleiben zwar Teil des geldpolitischen Werkzeugkastens. Sie könnten theoretisch den Franken weniger attraktiv machen und Kapitalzuflüsse bremsen. Gleichzeitig wären sie jedoch politisch heikel und würden Banken, Sparer und Teile des Immobilienmarkts erneut unter Druck setzen. Deshalb gilt: Ein Schritt zurück in den negativen Bereich wäre eher ein Notfallinstrument, etwa bei starkem Deflationsdruck oder einer massiven Frankenaufwertung. Kurzfristig ist dieses Szenario kaum das Basisszenario. Sollte sich der Franken deutlich aufwerten, dürfte die SNB eher auf ein Instrument zurückgreifen, das sie historisch immer wieder eingesetzt hat: Interventionen am Devisenmarkt. Die Erfahrungen aus den Jahren 2011 und 2015 haben gezeigt, dass die Nationalbank bereit ist, entschlossen einzugreifen, wenn sie Preisstabilität oder wirtschaftliche Stabilität gefährdet sieht. Dieser Faktor sorgt bis heute für einen gewissen Respekt unter Devisenhändlern. Was Anleger jetzt im Blick behalten sollten Aus Anlegersicht dürfte der Zinsentscheid selbst weniger entscheidend sein als der Ton der SNB-Kommunikation. Hinweise auf die Einschätzung des Frankens, der Inflation oder auf mögliche Interventionen können die Devisenmärkte stärker bewegen als ein unveränderter Leitzins. Für Anleger bedeutet das vor allem drei Dinge: Oder anders gesagt: Für die meisten Anleger dürfte die SNB am Donnerstag zwar keine Zinsüberraschung liefern, aber sie erinnert einmal mehr daran, dass in einer Welt geopolitischer Spannungen und aktiver Zentralbanken der Wechselkurs oft der eigentliche Markt bewegt.